Haus JES in Winnenden Raumtiefe auf schmalem Grund

02.04.2026

Das Haus JES in Winnenden, entworfen von Rommel, Wagenpfeil Architekten: Zur Straße fasst eine helle Sichtbetonwand den Hof, darüber hebt sich das schwarz verkleidete Langhaus aus der Bepflanzung.
Bild: ZOOEY BRAUN Fotografie, Stuttgart

Am Rand von Winnenden, zwischen mehrgeschossigen Wohnhäusern und offenen Streuobstwiesen, schließt das Wohnhaus JES eine schmale, ungewöhnlich tiefe Baulücke. Der 2023 fertiggestellte Neubau von Rommel, Wagenpfeil Architekten reagiert auf diese besondere Lage mit einem langgestreckten, giebelständigen Baukörper, der sich typologisch an einer Feldscheune orientiert. Zur Straße hin wirkt das Haus zurückhaltend, fast abgeschirmt. Im Inneren entfaltet es dagegen eine überraschend großzügige Raumstruktur, die wesentlich vom sichtbaren Betongerüst geprägt wird.

Schon der Zugang macht deutlich, dass Beton in diesem Projekt nicht nur Konstruktionsmaterial ist. Entlang der Straße bildet ein eingeschossiger Querriegel mit Sichtbetonwänden eine klare Grenze zum öffentlichen Raum. Zusammen mit Wirtschaftsgebäude und Sommerküche fasst er einen Patiohof, der als Pufferzone und Entrée dient. Der Werkstoff erscheint ruhig, präzise und fast selbstverständlich. Die hellen Betonflächen, die eingeschnittene Sitzbank, tiefen Öffnungen und die bündig eingesetzten Holzlamellen erzeugen eine reduzierte, sorgfältig gefügte Architektur. Aus der typischen Vorgartensituation wird so ein gefasster Außenraum, der den Übergang von der Straße in das Haus inszeniert.

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