Haus 1736 in Barcelona Lichtfänger im Stadtraum

22.07.2025

Harquitectes haben mit House 1736 ein Stadthaus in Barcelona entworfen, das weitgehend natürlich klimatisiert wird.
Bild: Adrià Goula, Barcelona

Mitten im dichten Gefüge der Altstadt Barcelonas hat das Büro Harquitectes ein geradezu archaisches Stadthaus entworfen. House 1736 – benannt nach der Parzellennummer – ersetzt ein Bestandsgebäude, dessen straßenseitige, denkmalgeschützte Fassade erhalten wurde. Dahinter entfaltet sich eine Wohnwelt, die von Licht und Luft durchströmt ist, angelehnt an historische Typologien wie das römische Atrium oder gotische Innenhöfe. Der katalanischen Hitze trotzt das Haus mit einem Klimakonzept, das mineralische Thermomasse, Luftzirkulation und gezielte Verschattung einbezieht.

Schwere Hülle, atmender Kern

Abgesehen von den historischen Mauerwerksteilen der Fassade bestehen die äußere Hülle sowie die tragenden Innenwände aus einem vor Ort gegossenen, „armen“ Beton mit wenig Bewehrung und geringer Zementbindung. Neben der erdfeuchten Einbringungstechnik ähneln auch Textur und bauphysikalische Eigenschaften denen von Stampflehm: hohe thermische Speichermasse, gute Feuchtigkeitsregulierung und angenehme Akustik. Die massiven Wände nehmen die Hitze auf und geben sie verzögert an den Innenraum ab – ein Prinzip, das sich insbesondere im Wechselspiel von heißen Tagen und kühlen Nächten bewährt.

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