Flughafen Guelmim Perforierte Metallblenden in Wüstenfarben

13.10.2018

Die marokkanischen Groupe 3 Architekten planten eine An- und Abflughalle, die sich wie „Land Art“ ins Terrain fügen soll.
Bild: Fernando Guerra, Lissabon

Das marokkanische Guelmim liegt in den südlichsten Ausläufern des Atlasgebirges, einem Gebiet, das durch das trockenheiße Klima der Sahara geprägt ist. Weit über hunderttausend Menschen leben in der Stadt, die als Militärstützpunkt dient und bereits seit dem 11. Jahrhundert ein Handelszentrum ist. 2018 wurde der neue Regionalflughafen eröffnet und aus pragmatischen Gründen in den Militärstützpunkt integriert – wichtige Infrastruktur, wie nicht zuletzt die Landebahn, war bereits vorhanden. Die marokkanischen Groupe 3 Architekten planten eine An- und Abflughalle, die sich wie „Land Art“ ins Terrain fügen soll. Die Konturen des lang gestreckten, kantigen Quaders zeichnen sich vor der kargen Gebirgslandschaft im Norden klar ab; die Farben des metallischen Sonnenschutzes jedoch, der das Gebäude bis auf eine verglaste Zone im Erdgeschoss komplett umhüllt, zitieren mit erdigen Tönen die Umgebung.

Dachgarten zur Durchlüftung und Belichtung der Hallen
Neben der Abfertigungshalle (Terminal 1) umfasste die Bauaufgabe mehrere Betriebsgebäude sowie Parkplätze. Dabei entfielen 7.000 Quadratmeter auf das Terminalgebäude und 2.000 Quadratmeter auf Nebenfunktionen. Damit der Flughafen in dieser unwirtlichen Gegend nördlich von Guelmim langfristig nutzbar ist, standen Einfachheit, Effizienz, ökologische Nachhaltigkeit und bauliche Erweiterbarkeit im Vordergrund der Planung. Inspiriert durch die oftmals geradlinigen Horizonte der vegetationslosen Landschaft, entstand ein lineares Gebäude mit rechteckigem Grundriss, ausgerichtet am Verlauf der Start- und Landebahn. Es ist in Längsrichtung dreigeteilt: Auf einer Seite befindet sich die öffentliche Halle mit den Schaltern der Fluggesellschaften, auf der anderen Seite der Sicherheitsbereich mit Wartezonen, Abfluggates und Duty Free. Zwischen den hohen, von Pultdächern bedeckten Hallen befindet sich ein zweigeschossiger Betonkern. Im Erdgeschoss ist die Kontrollzone untergebracht, in der Passagiere und Handgepäck auf gefährliche Gegenstände überprüft werden. Außerdem befinden sich hier Büros und Nebenfunktionen wie Sanitärräume. Darüber durchzieht ein sogenannter Patio-Garten das Bauwerk: Der mittige Dachgarten dient der Durchlüftung und Belichtung der Hallen und setzt sich mit Galerien zu beiden Seiten fort.

Artikel auf Baunetz_Wissen Sonnenschutz lesen