Familienkapelle Maria Magdalena bei St. Veit Weißbetonbau nach dem Goldenen Schnitt

18.08.2015

Ostansicht mit dem von Jaromír Gargulák gestalteten Bronzekreuz
Bild: Paul Ott, Graz

Mitten auf dem Zollfeld, einer von Wiesen geprägten und von Bergen gerahmten Talebene in Kärnten, scheint ein kleines, strahlend weißes Haus wie aus der Landschaft geschnitten. Es ist die Familienkapelle Maria Magdalena; geplant hat sie der Architekt Gerhard Sacher vom Büro Sacher.Locicero.Architectes aus Graz. Ihre klare Form entlehnte er den klassischen Kapellen, wie es sie seit dem frühen Mittelalter gibt, ihre Proportionen folgen dem Goldenen Schnitt nach der Lehre des „Vitruvianischen Menschen“ von Leonardo da Vinci.

Der Sakralbau liegt nahe der Stadt St. Veit an der Glan in Sichtweite von Burg Hochosterwitz. Er hat eine Grundfläche von rund 27 Quadratmetern und ein spitzgiebeliges Satteldach mit einer Firsthöhe von 7,78 Metern. Seine Seitenwände und das Dach bestehen innen wie außen aus glatt geschaltem Weißbeton, die Giebelseiten sind verglast. Der Zugang erfolgt über einen gekiesten, etwas abgesenkten Vorplatz an der Westseite der Kapelle. Durch ein fast gebäudebreites Doppelflügeltor aus handgeschlagener Bronze, das von dem tschechischen Künstler Jaromír Gargulák gestaltet wurde, gelangen die Besucher hinein. Wände und Dach sind weiß, der Boden mit beigefarbenen Travertinplatten belegt. In beide Betonwände sind je drei Lichtschlitze eingeschnitten, von denen einer pro Seite bis in die Dachfläche reicht. Ausgefacht sind sie mit farbigen Glasfenstern, die der Kärntner Künstler Karlheinz Simonitsch mit Motiven der Schöpfungsgeschichte versah. Die seitlichen Laibungen sind abgeschrägt und so konzipiert, dass möglichst morgens und abends Licht durch die bunten Scheiben hineinfällt.

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