Domcenter in Linz Drei Baldachine für den Mariendom
22.09.2025
Bild: Edward Beierle
Mit dem Mariä-Empfängnis-Dom in Linz, auch Mariendom oder Neuer Dom genannt, plante der Kölner Baumeister Vincenz Statz im Jahr 1859 eines der bedeutendsten und größten Kirchenbauwerke Österreichs. Vier Jahre zuvor hatte der römisch-katholische Bischof Franz Joseph Rudigier die im neugotischen Stil errichtete Kathedrale in Auftrag gegeben. Doch sie sollte erst 1924 geweiht und in den 1930er-Jahren final fertiggestellt sein. Zu der Zeit entstand auch der Linzer Domplatz an der Ostseite, welche nun wiederum um eine außergewöhnliche bauliche Ergänzung reicher ist.
Das Münchner Architekturbüro rund um Peter Haimerl durfte im Auftrag der Diözese Linz einen Entwurf realisieren, das dem historischen Bauwerk eine funktionale Erweiterung beschert – und eine kunstvolle architektonische Ergänzung zugleich. Das neue, an das Kirchengebäude angeschmiegte Domcenter integriert ein Café und einen Büchershop und ordnet den Zugang zu einer Sehenswürdigkeit im Inneren der Kirche: die Ausstellung des Domschatzes sowie weiterer sakraler Kulturgüter. Als „progressiv und innovativ“ attestiert der Architekt die auftraggebende Rudigier-Stiftung, eine selbständige kirchliche Einrichtung der Diözese Linz. So liest sich der Linzer Anbau als Brücke – nicht nur zwischen historischer und zeitgenössischer Baukunst, sondern auch zwischen der sakralen und einer weltlichen Widmung.