Der Weiße Turm in Mulegns Kulturstätte aus dem 3D-Drucker

27.05.2024

Im September 2024 soll das Projekt Tor Alva – der Weiße Turm von Mulengs fertiggestellt sein.
Bild: Michael Hansmeyer/Benjamin Dillenburger, ETH Zürich – DBT

Am Julierpass im Schweizer Kanton Graubünden liegt das Dorf Mulegns – mit einer beachtlich geringen Bevölkerung: Nur noch vierzehn Menschen leben an diesem von der Alpenlandschaft geprägten Ort. Das zu ändern hat sich Giovanni Netzer vorgenommen, Theaterintendant und Gründer des Origen-Kulturfestivals – getragen von der Kulturstiftung Nova Fundaziun Origen. Nachdem er eine historische Villa verschieben und das alte Hotel Löwe wieder in Betrieb nehmen ließ, soll der Weiße Turm Tor Alva als neues Zentrum das Dorf wiederbeleben: Eine begehbare Installation, intimer Konzertraum und Ort der kulturellen Vermittlung.

Entworfen und geplant wurde das Bauexperiment von ETH-Professor Benjamin Dillenburger und Michael Hansmeier aus der Forschungsgruppe Digitale Bautechnologien, ebenfalls von der ETH Zürich. Die ornamentale Gestaltung soll an die lokale Bündner Zuckerbäckertradition erinnern: Viele Bündner Auswanderer hatten sich im 18. Jahrhundert als Patissiers etabliert und waren bekannt für ihre filigranen kleinen Zuckertürme mit üppiger Verzierung. Aber auch bautechnisch ist der Turm ungewöhnlich: nach seiner geplanten Fertigstellung im September 2024 wird er mit 30 Metern die höchste 3D-gedruckte Struktur der Welt sein.

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