Darwin-Brücken in Montréal Umgestaltung eines Verkehrsknotenpunktes

06.11.2023

Die Darwin-Brücken liegen auf der Île des Sœurs im kanadischen Montréal.
Bild: Stéphane Brügger

Fast 60 Jahre lang hielten die nach dem britischen Naturwissenschaftler benannten Darwin-Brücken auf der Île des Sœurs im kanadischen Montréal den Einflüssen von Witterung, Erosion und Straßenverkehr stand. Zunehmender Verschleiß, Risse und Pfützenbildungen in der Unterführung veranlassten die Stadt schließlich dazu, das Planungsbüro Provencher_Roy mit der Instandsetzung und technischen Ertüchtigung der 37 Meter langen Zwillingsbrücken zu beauftragen. Wo noch vor wenigen Jahren Fußgänger*innen und Radfahrende Schwierigkeiten hatten, die Straßen zu überqueren, stehen heute die sichere Nutzung des vierspurigen Verkehrsknotenpunktes für alle Verkehrsteilnehmenden sowie der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und eine Verbesserung des Stadtklimas im Vordergrund.

Städtischer Kontext

Die Urbanisierung der Insel im Sankt-Lorenz-Strom setzte in den 1960er-Jahren ein und war dem damaligen Zeitgeist entsprechend von der Typologie US-amerikanischer Vorstädte inspiriert. Dementsprechend wurden einzelne Siedlungsstrukturen wie „Trauben“ an die städtischen Hauptverkehrswege angebunden. Zahlreiche Fuß- und Radwege, die abseits der Hauptverkehrsachsen verlaufen, verbinden die Wohngebiete mit Parks und anderen Erholungsflächen. Als Verkehrsknotenpunkt an der Schnittstelle zwischen dem städtischen Boulevard de l'Île des Sœurs und dem Fuß- und Radweg, der zum Parc de West-Vancouver führt, repräsentierten die in den 1960er-Jahren errichteten Darwin-Brücken genau diese übergeordnete Form der Siedlungsstruktur. Da die Verkehrsplanung jahrzehntelang vorrangig auf den Autoverkehr ausgerichtet war, galt es bei der Umgestaltung der Zwillingsbrücke eine verbesserte Nutzung für alle Verkehrsteilnehmer*innen mit den aktuellen technischen und rechtlichen Anforderungen zu vereinbaren. 

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