Dampfbremsfolien Bauschäden durch Konvektion, Diffusion und Restfeuchte
10.08.2026
Bild: Isover, Ludwigshafen
Immer wieder treten nach Sanierungen und energetischen Modernisierungen bauphysikalische Schäden auf, weil die Dampfbremse und die luftdichte Ebene nicht als zusammenhängendes System geplant oder nicht dauerhaft dicht ausgeführt wurden. Während die Dampfbremse den Feuchteeintrag durch Wasserdampfdiffusion begrenzt, verhindert die Luftdichtheitsebene, dass feuchte Innenluft durch Leckagen in die Dachkonstruktion strömt. Für den klimabedingten Feuchteschutz gilt die DIN 4108-3: Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden – Teil 3: Klimabedingter Feuchteschutz – Anforderungen, Berechnungsverfahren und Hinweise für Planung und Ausführung.
Bauschaden durch Konvektion von Feuchtigkeit bei Undichtigkeiten
Schäden durch Konvektion von Feuchtigkeit können bei Dachkonstruktionen erhebliche Schäden verursachen. Undichtigkeiten in der luftdichten Ebene zum Beispiel durch fehlerhafte Verklebungen der Bahnen, durch Leckagen oder unzureichend ausgebildete Anschlüsse und Materialfehler lassen Luft in das Bauteil strömen. Diese Konvektion kann erhebliche Mengen Feuchtigkeit ins Bauteil tragen, die sich dort sammeln und an Bauteilen kondensieren kann. Wenn diese Feuchtigkeit nicht rücktrocknet, ergeben sich optimale Bedingungen für Schimmel und holzzerstörende Pilze. Damit keine Luft und damit Feuchtigkeit ins Bauteil gelangt, muss die luftdichte Ebene korrekt an alle angrenzenden Bauteile angeschlossen werden. Das ist mitunter in der Ausführung bei geometrisch komplexen Bestandsdächern knifflig: Gauben, Kehlbalken, Sparren oder verzweigte historische Dachtragwerke, aber auch alte Holzbauteile mit unregelmäßigen Oberflächen verkomplizieren den korrekten Anschluss der luftdichten Ebene und verlangen viel Sorgfalt bei der Ausführung. Das ist auch bei Dachsanierungen von außen der Fall, wenn die Dampfbremse bzw. Luftdichtheitsbahn schlaufenförmig über die Sparren verlegt wird. Für die Planung und Ausführung der luftdichten Ebene einschließlich der Anschlüsse, Durchdringungen und mechanisch zu schützenden Verklebungen gilt die DIN 4108-7: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie -beispiele. Darüber hinaus empfiehlt das WTA-Merkblatt Luftdichtheit im Bestand, Teil 1 -3 ein Luftdichtheitskonzept, bei dem u. a. der luftdichte Anschluss aller Bauteile und Details betrachtet, geplant und entsprechend exakt ausgeschrieben werden. So behalten Planende die Kontrolle über die korrekte Verlegung der luftdichten Ebene.