Alte Scheune in Tübingen Gemeinschaftliche Sanierung eines mittelalterlichen Denkmals

21.05.2024

Im Tübinger Stadtteil Derendingen hat die Baugemeinschaft dreier Familien einer historischen Scheune neues Leben eingehaucht.
Bild: Johannes-Maria Schlorke, Saarbrücken

Einst Lager für die Naturalsteuer, heute gemütlicher Wohn- und Arbeitsraum: Im Tübinger Stadtteil Derendingen hat eine aus drei Familien bestehende Baugemeinschaft einer historischen Scheune neues Leben eingehaucht. Das denkmalgeschützte Bauwerk mit Krüppelwalmdach und Sichtfachwerk vereint seit 2020 zwei Familienwohnungen, eine kleine Mietwohnung und das Büro des zuständigen Architekten Christoph Manderscheid unter einem Dach.

Historischer Kontext

Am westlichen Ende der kleinen Ortschaft, entlang der Sieben-Höfe-Straße liegt die Galluskirche, deren Vorgängerbauten bis in das 7. Jahrhundert zurückreichen. Im Laufe der Zeit entstanden ihr gegenüber eine Schule, ein Back- und Waschhaus sowie die damals als Zehntscheuer bezeichnete Scheune aus dem Jahr 1500. Zehntscheuern dienten im Mittelalter der Lagerung und Verwaltung von Abgaben, insbesondere des sogenannten „Zehnts“, der in Form von Naturalien oder Geld an die Kirche oder den Grundherren abgegeben werden musste. Das um einen Hof gruppierte Ensemble bildete mit dem gegenüber liegenden Sakralbau das frühere Dorfzentrum und steht heute vollständig unter Denkmalschutz.

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