Bürgerlich, festlich, fertig Zur Sanierung und Erweiterung der Bühnen Köln

18.09.2026

Opernhaus
Opernhaus
Bild: Jann Höfer

[[vollformatbild:1]]Wenn ab morgen der Bauzaun vor den Bühnen Köln weggeräumt sein wird, gilt wieder wie früher: Die ganze Stadt ist eingeladen. Das von Wilhelm Riphahn entworfene Ensemble aus Oper, Opernterrassen und Schauspielhaus, gefasst vom Großen und Kleinen Offenbachplatz hat den ihm eingeschriebenen bürgerlichen Stolz des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg nicht verloren. Nur schaut man nach 14 Jahren Sanierung und Umbau mit anderen Augen auf die Wiedereröffnung – auch, weil nach einem Wettbewerb von 2008 noch eine ganz andere Vision im Raum stand.

1957 eröffnete, nach wenig mehr als zwei Jahren Bauzeit, zunächst Riphahns Opernhaus. Es zeigte sich bürgerlich, verzichtete auf Schwellen und die Abbildung von Hierarchien. Es zeigte sich lesbar durch die unmittelbare Übersetzung seiner Funktionen in Formen. Es zeigte sich festlich in der Inszenierung von Räumen und Wegen, dem Spiel mit Licht, Farben und Materialien. Und es zeigte sich dabei immer wieder überraschend: Kronleuchter aus Muranoglas trafen auf Glasbausteine und Isolierglas, Nagelfluh auf Spaltklinker und Sichtbeton. Gleiches gilt mit kleinen Abstrichen bei der Festlichkeit für das gesamte bis 1962 fertiggestellte Ensemble.

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