Gibt es keine Alternativen? Zur Debatte um eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes in Berlin
22.05.2026
Bild: Kollhoff/Nöfer/Astigmatic
[[vollformatbild:1]]Keine Begeisterung, keinen Aufbruch habe der vom Land Berlin ausgelobte Ideenwettbewerb zum Tempelhofer Feld erzeugt, befinden Hans Kollhoff und Tobias Nöfer. Die vor knapp einem Jahr veröffentlichten Ergebnisse hätten wieder mal die „Chancen für Berlin und seine vielfältige Stadtgesellschaft unterschätzt“. Und das trotz oder, wie die Architekten vermuten, sogar wegen (!) der Bürgerbeteiligung. Also eilten sie den ratlosen Bürger*innen – und 164 internationalen Planungsteams des Wettbewerbs – zu Hilfe. Am Mittwoch stellten sie ihren eigenen Entwurf zusammen mit Immobilienunternehmer Hamid Djadda in der Avus-Tribüne vor.
Dass ihr Vorschlag „Zuhause am Tempelhofer Feld“ Begeisterung auslösen wird, dessen sind sich Kollhoff und Nöfer sicher. Denn sie hätten genau das vorgelegt, „was die Berliner wollen“. Das haben vor ihnen freilich schon viele versucht, seit der ehemalige Flughafen 2008 geschlossen und 2010 zur öffentlichen Freifläche gemacht worden war. Etwa Architekt Johannes Tigges, der einst die Vision eines künstlichen Bergmassivs auf dem Tempelhofer Feld zeichnete. Eine Initiative wollte es in einen See verwandeln. Die Internationale Gartenausstellung hier stattfinden zu lassen, stand mal im Raum, ebenso der Bau der Zentral- und Landesbibliothek.