3 Lose im Block B/1 Wettbewerbsentscheidung am Berliner Molkenmarkt

04.12.2025

Los 1, 1. Preis: Hild und K (München), Happel Cornelisse Verhoeven (Rotterdam), Modersohn & Freiesleben (Berlin), Ansicht Jüdenstraße
Los 1, 1. Preis: Hild und K (München), Happel Cornelisse Verhoeven (Rotterdam), Modersohn & Freiesleben (Berlin), Ansicht Jüdenstraße
Bild: Hild und K, Happel Cornelisse Verhoeven, Modersohn & Freiesleben / SenStadt

Endlich wird es im architektonischen Maßstab konkret am Berliner Molkenmarkt. Nach jahrelangen Vorplanungen und zuweilen hitzigen Debatten um die Art und Weise, wie das prominente Areal im historischen Herzen der Hauptstadt bebaut werden soll, liegen seit Mitte November die ersten hochbaulichen Entwürfe vor. Sie gehen auf einen Realisierungswettbewerb zurück, den die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in Kooperation mit der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) im Juli auslobte.

Die Jury unter Vorsitz von Vittorio Magnago Lampugnani entschied nur über einen Teilbereich des Gesamtareals, das insgesamt aus fünf Blöcken besteht. Gegenstand des Wettbewerbs war Block B/1, der wiederum in drei Lose aufgeteilt wurde. Ein weiteres Viertel von Block B war nicht Bestandteil des nun abgeschlossenen Verfahrens, sondern wird erst in einem kommenden Verfahren bearbeitet (vermutlich in Zusammenhang mit Block A, da die beiden Blöcke eine neue Straßensituation definieren werden). Klingt kompliziert, ist aber nicht weiter verwunderlich angesichts der Größe und des Umfangs des Gesamtvorhabens. 

  • 1. Preis: Hild und K (München), Happel Cornelisse Verhoeven (Rotterdam), Modersohn & Freiesleben (Berlin)
  • ein 3. Preis: Jordi Keller Pellnitz (Berlin), Hans Kollhoff (Berlin), Uwe Schröder (Bonn)
  • ein 3. Preis: von Ey Henkel Architektur (Berlin), jessenvollenweider architektur (Basel), PHR Planung und Stadtentwicklung (Berlin)

Los 2 

  • ein 1. Preis: Duplex Architekten (Hamburg), Gort Scott (London), Kim Nalleweg Architekten (Berlin)
  • ein 1. Preis: blrm Architekt*innen (Hamburg)
  • 3. Preis: OS arkitekter (Kopenhagen), ADEPT (Kopenhagen), C.F.Møller (Berlin)

Los 3

  • 1. Preis: Eckert Negwer Suselbeek, Baumeister und Dietzsch (beide Berlin)
  • ein 3. Preis: Bernd Albers Gesellschaft von Architekten, Eingartner Khorrami Architekten (beide Berlin)
  • ein 3. Preis: Schmitt von Holst Architekten Partnerschaft (Berlin), vangeisten.marfels architekten (Potsdam)

Alle prämierten Entwürfe zeigen sich steinern, dicht und kompakt. In dieser Hinsicht sind sie vergleichbar mit den Entwürfen des im Sommer 2024 abgeschlossenen Wettbewerbs für die Bebauung der unweit gelegenen Breiten Straße, wo die WBM ebenfalls günstigen Wohnraum errichten will. Diese formale Orientierung am Bewährten überrascht nicht, denn die für das Verfahren verantwortliche Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt steht bekanntlich für eine Orientierung an den Traditionen der europäischen Stadtmorphologie.

Umso interessanter ist die Bandbreite der Fassadengestaltung im Block B/1. Fast scheint es, als ob hier unterschiedliche Zeitströmungen ihren Widerhall finden – vom barocken Stadthaus über die spezifisch ostdeutschen Rekonstruktionsansätze im gegenüberliegenden Nikolaiviertel in den 1980er Jahren bis zur Architektur der Nachwendejahre.

Im nächsten Schritt wird die WBM mit den Preisträger*innen ein Vergabeverfahren durchführen, bei der die Platzierung im Wettbewerb ein „zentrales Kriterium“ ist, wie sie schreibt. Die Betreuung des nun abgeschlossenen Wettbewerbsverfahrens lag beim Berliner Büro C4C(gh)
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