Wissenschaft in der Fußgängerzone Umbau in München von OSA Ochs Schmidhuber Architekten
22.05.2026
Bild: Euro Real Estate / ACCUMULATA
[[vollformatbild:1]]Die zentralste Fußgängerzone Münchens resultiert aus dem letzten großen Stadtumbau anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1972. Wie vielerorts muss sich der nur temporär belebte und vom schwindenden stationären Handel geplagte Stadtraum neu erfinden. Gleich hinter dem Karlstor ist mithilfe der Transformation ehemaliger Handelsflächen zu Büros und maßgeschneiderten Räumlichkeiten für das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb ein Schritt in Richtung Nutzungsvielfalt erfolgt.
Rund 10.000 der insgesamt 14.000 Quadratmeter besetzt das Institut. Die übrigen Flächen sind an Rechts- und Wirtschaftskanzleien vergeben, zur Einkaufsmeile hin wahrt ein schwedischer Sportartikelladen einen Hauch der früheren Nutzung. Eigentümerin ist die Euro Real Estate, ein Immobilienunternehmen mit Sitz in Grünwald, das der Wilhelm von Finck Gruppe angehört. Nach sechsjährigem Umbau durch das Büro OSA Ochs Schmidhuber Architekten (München), das in Direktbeauftragung für den Münchner Entwickler Accumulata agierte, ist vergangenen Sommer die Immobilie fertiggestellt worden.
Früheres Signa-Objekt
Der Standort für das Projekt Herzog Max ist in mehrfacher Hinsicht „historisch“. Nicht nur gründet der Bau auf Teilen der alten Stadtmauer oder ist die barocke Fassade des Eckhauses denkmalgeschützt. Das Objekt liegt auch in einer Achse mit der Alten Akademie und weiteren brachliegenden Immobilienprojekten der bis vor wenigen Jahren hochspekulativ agierenden Signa Holding. Tatsächlich war auch das Haus an der Ecke Neuhauser Straße / Herzog-Max-Straße einst im Portfolio des inzwischen insolventen Unternehmens, dieses veräußerte es jedoch schon 2012 und damit noch lange bevor die Geschäftspraktiken des Vorbesitzers in die öffentliche Wahrnehmung gerieten.
[[vollformatbild:8]]Nutzungsbedingte Anpassung
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das ursprüngliche Gebäude errichtet. Kriegsschäden und Wiederaufbau, eine Erweiterung entlang der Seitenstraße sowie ein radikaler Umbau 1990 führten zur Ausgangslage für die jüngste Transformation. Es galt, die großen Tiefen und schlechte Belichtungssituation der vorherigen Handels- und Lagerflächen in eine adäquate Büroumgebung zu verwandeln. Der Ankermieter, der sich neben der natur- auch der geistes-, sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Forschung widmet, bezog das 1. bis 3. Obergeschoss sowie eine immense Bibliothek im Untergeschoss, die rund 270.000 Bände umfasst und teils auch öffentlich nutzbar ist.