Vom Kraftwerk zum Gemeindezentrum Umbau in Manresa von Meritxell Inaraja
22.04.2026
Bild: Adrià Goula
Manresa liegt rund eine Stunde nordwestlich von Barcelona. Ähnlich wie das nahe Terrassa gilt die Stadt als eine Art katalanisches Manchester, seit die Region im 19. Jahrhundert vorwiegend mit Textilfabriken zu einem Zentrum der Industrialisierung wurde. Dementsprechend früh begann man hier schon mit der Nutzung von elektrischem Strom. In Manresa zeugt davon noch heute ein beeindruckendes Bauwerk am Rande des historischen Zentrums: ein Kraftwerk namens Anònima Manresana, gestaltet von Ignasi Oms i Ponsa. Im vergangenen Jahr wurde das Kraftwerk von der Architektin Meritxell Inaraja, deren Büro sich in Barcelona befindet, zum multifunktional genutzten städtischen Zentrum transformiert.
Die prominente Lage des Kraftwerks mitten in der Stadt resultierte aus den üblichen infrastrukturellen Abwägungen. Einerseits erlaubte sie dank eines nahen Flusses eine einfache Versorgung mit Kohle und Kühlwasser, andererseits befanden sich die Abnehmer – neben Fabriken in der Peripherie auch öffentliche Bauten und die großen Bürgerhäuser der Innenstadt – in überschaubarer Entfernung. Das war nicht unwichtig, gingen die frühen Gleichstrom-Netze doch noch mit großen Verlusten einher. Viele der teils glanzvollen Wohnhäuser stammen übrigens ebenfalls von Ignasi Oms i Ponsa. Als zeitweiliger Stadtarchitekt hinterließ er in Manresa überall seine Spuren.