Stadion mit dem nötigen Bling Umbau für Real Madrid von gmp
09.08.2024
Bild: Marcus Bredt
Der Wunsch des Bauherren war bereits beim Architekturwettbewerb 2014 absolut eindeutig. Hier sollte nicht einfach nur das legendäre Estadio Santiago Bernabéu, Heimspielstätte von Real Madrid, modernisiert werden. Nein, aus der schon vielfach umgebauten und erweiterten Betonschüssel sollte schlicht „das beste Stadion der Welt“ werden. Eine moderne Multifunktionsarena und gleichzeitig ein angemessenes Zuhause für Los Galacticos, so einer der Spitznamen der nach eigenem Verständnis besten Mannschaft der Welt. Den Wettbewerb hatten gmp • Architekten von Gerkan, Marg und Partner (Hamburg) gewonnen, die gemeinsam mit den lokalen Partnerbüros L35 Arquitectos und Ribas & Ribas Arquitectos eine frei geformte Metallhaut aus silbrig glänzenden Edelstahllamellen um das alte Stadion schlängelten.
Bei der Formfindung der neuen Hülle gab es einige Dinge zu berücksichtigen. So konnten neue städtebauliche Akzente gesetzt werden – etwa durch die Akzentuierung der Eingänge und einem Schwung nach Südosten, zum Plaza de los Sagrados Corazones. Zudem folgt die neue Haut nicht exakt den Konturen des alten Stadions, sondern schafft gezielt größere Zwischenräume, in denen zusätzliche Funktionen wie vor allem das Museum von Real Madrid – nach dem Prado das Zweitmeistbesuchte der Stadt – sowie ergänzende Einzelhandels- und Gastronomieflächen. Die Fassade hängt dabei an einem Stahltragwerk, das teils freitragend, teils auf dem alten Stadion auflagernd, einmal komplett ums Stadion gelegt wurde. Der Zwischenraum zwischen Fassade und Stadion beträgt im Norden und Süden teils gerade mal 95 Zentimeter, im Bereich der alten Erschließungstürme bis zu 14 Meter. Zwei dieser Betontürme mussten für eine bessere Erschließung um einige Meter versetzt werden.