Im Sinne Rameaus Umbau für eine Hochschule in Lille von Atelier 9.81
03.02.2026
Bild: Nicolas da Silva Lucas
Das Palais Rameau im nordfranzösischen Lille wurde 1878 nicht etwa als Residenz für den Adel errichtet – stattdessen sollte es der Bevölkerung als repräsentatives Gewächshaus und Galerie für Gartenschauen dienen. Nachdem es im 20. Jahrhundert diverse Zwischennutzungen durchlebte (unter anderem als Konzerthaus, Messepalast, als Gerichts- und Festsaal und zeitweise auch als Haus für Kriegsgefangene), fand die Stadt vor einigen Jahren mit einer privaten Hochschule eine neue Eigentümerin. Deren jüngste Umnutzung rückt das Palais fortan wieder etwas näher an seinen ursprünglichen Zweck.
Aber der Reihe nach: Auch bei der nun erfolgten Umwidmung des Palais für die Ingenieurshochschule Junia handelt es sich um eine Art Zwischennutzung. So vergab die Stadt das denkmalgeschützte Haus 2021 vorerst nur über einen Erbpachtvertrag mit einer Laufzeit von 25 Jahren. Der Hochschule wurde gestattet, die Räume für eigene Zwecke zu nutzen, doch sollten sämtliche Eingriffe leicht rückbaubar sein und sich lediglich auf das Innere beschränken. Für den Umbau beauftragte man Atelier 9.81 aus Lille, die denkmalpflegerischen Arbeiten betreuten Perrot & Richard aus Paris.