Fußballwohnzimmer für die ganze Familie Stadion in Lustenau von bernardo bader, Walter Angonese und gbd Sigurd Flora

27.04.2026

Stadion in Lustenau von bernardo bader, Walter Angonese und gbd Sigurd Flora

Bild: Adolf Bereuter 

[[vollformatbild:1]]Auf den ersten Blick sind die 40 Meter hohen Eckpylonen eine Mischung aus Fremdkörper, Wahrzeichen und Orientierungshilfe. Je näher man kommt, desto größer wird die visuell-emotionale Ambivalenz aus Begeisterung und Befremden. „Wir waren die einzigen Wettbewerbsteilnehmer, die die Flutlichtanlage nicht nur als technische Infrastruktur, sondern auch als Skulptur interpretiert haben“, sagt Matthias Kastl, Projektleiter bei bernardo bader architekten (Bregenz) über das auffällige Charakteristikum des Stadions. „Wenn wir schon so einen niedrigen Baukörper haben, wenn wir aus Rücksicht auf die angrenzende Wohnbebauung mit neun Metern Bauhöhe limitiert sind, dann müssen wir die uns zur Verfügung stehende Volumetrie ausnützen und dem kleinen Stadion eine gewisse öffentliche Wirksamkeit geben. Unser Bild war: Wir schlagen vier Pflöcke ein, um ein Feld zu markieren.“

Den Anfang nahm das Projekt 2018, als die Entscheidung fiel, die zum Teil provisorischen Tribünen zu entfernen und für die Neubebauung des Areals, auf dem bereits seit den 1950er Jahren Fußball gespielt wird, einen EU-weiten Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren auszuschreiben. Aus den rund zwanzig Entwürfen wurde das Kooperationsprojekt von Bernardo Bader Architekten, Architekt Walter Angonese (Kaltern) und dem Ingenieurbüro gbd Sigurd Flora (Dornbirn u.a.) mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Von 2023 bis 2025 entstand anschließend das neue Reichshofstadion. Die Bezeichnung geht auf das 9. Jahrhundert zurück, als der „Reichshof Lustenoua“ zwischen mehreren Geschlechtern und Grafschaften hin und her geschenkt wurde.

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