Buchtipp: Astra Zarina She Was an Architect
09.09.2026
Bild: Balthazar Korab courtesy of the Library of Congress, 1976
Dass Frauen in der Architekturwelt weniger Anerkennung bekommen und bekommen haben als ihre männlichen Kollegen, ist ein vertrautes Thema. Festivals, Ausstellungen, Vereine und Publikationen arbeiten zunehmend daran, Architektinnen sichtbarer zu machen. Nun hat der Verlag Hatje Cantz eine Buchreihe gestartet: She Was an Architect porträtiert Architektinnen des 20. Jahrhunderts in schmalen Büchlein. Der erste Band, geschrieben von der Kunstkritikerin und Journalistin Laura Helena Wurth, widmet sich der Architektin Astra Zarina (1929–2008).
Zarinas Werdegang, der alles andere als konventionell war, wird im Heft durch Fotos und Zeichnungen begleitet. Geboren in Riga, kam sie über Salzburg und Esslingen in die USA, wo sie an der University of Washington Architektur studierte. Für ihr weiterführendes Studium wurde sie an Harvard, am MIT und am IIT angenommen – damals drei der renommiertesten Architekturschulen der USA. Sie entschied sich für das MIT und schloss dort 1956 mit Auszeichnung ab. Anschließend arbeitete sie im Büro von Minoru Yamasaki, dem späteren Architekten des World Trade Centers. 1960 erhielt sie als erste Frau den Rome Prize in Architecture von der American Academy. Wenig später zog sie mit einem Fulbright-Stipendium in die italienische Metropole.