Konzerthaus am Schloss Sanierung und Umbau in Kiel von der ARGE gmp und bbp

01.07.2026

Sanierung und Umbau in Kiel von der ARGE gmp und bbp

Bild: Marcus Bredt

[[vollformatbild:1]]Konzertsaal am Kieler Schloss. Das klingt nach nordischem Barock, ist aber feinste Nachkriegsmoderne. Denn Kiel war Marinestützpunkt, wurde im Zweiten Weltkrieg massiv bombardiert. Von Altstadt und historischem Schloss blieb wenig übrig. Was sich heute Kieler Schloss nennt, entstand (neben einem Flügel aus dem späten 18. Jahrhundert) im Wesentlichen als schlicht elegantes Ensemble aus vier Bauteilen in den Jahren 1961–65 nach Plänen des Hamburger Büros Sprotte & Neve. Neben dem hoch aufragenden Ostflügel aus rotem Klinker (der die Kubatur des zerstörten Vorgängerbaus nachzeichnet) ist das zeittypisch gestaltete Konzerthaus der auffälligste Bauteil des Ensembles.

Im Januar feierte Kiel die Eröffnung des sanierten Konzerthauses am Schloss, von dem sich die Stadt auch neue Impulse für die Innenstadt erhofft, die sichtlich unter dem Niedergang des Einzelhandels leidet. 47 Millionen Euro kostete die von der ARGE gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner (Niederlassung Berlin) und bbp : architekten (Kiel) verantwortete, denkmalgerechte Ertüchtigung des Hauses, das an der nordöstlichen Ecke des historischen Stadtkerns sitzt, an einem Geländesprung zwischen Altstadt und Hafenbereich. Da dieser mit seinen Werften und Industrieanlagen in der Nachkriegszeit als unansehnlich galt, orientierten Sprotte & Neve das Konzerthaus mit seinem gebäudehoch verglasten Foyer zur Altstadt, während Anlieferung und Künstler*inneneingang in bester funktionalistischer Manier im Sockelgeschoss und Richtung Wasser zu finden sind.

Weißes Corian, schwarzer Walzstahl, rote Polster


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