Buchtipp: Kernkraftwerke Potenziale eines unbequemen Erbes
29.04.2026
Bild: Julian Salinas
In Deutschland ist seit ziemlich genau drei Jahren Schluss mit der Kernkraft. In der Schweiz hingegen laufen noch immer vier Reaktorblöcke, die rund ein Drittel des Energiebedarfs des Landes decken. Ein Kraftwerk wurde 2019 stillgelegt, weitere Abschaltungen sind vorhersehbar. Doch was passiert danach mit den gewaltigen Anlagen? Genau hier knüpft der Band Kernkraftwerke an, herausgegeben von Harald R. Stühlinger in der Reihe swissmonographies. Der Architektur- und Kunsthistoriker widmet sich dem Denkmalwert dieser Betongiganten und den Möglichkeiten ihrer Nach- oder Umnutzung.
Das Buch zeichnet die Bau- und Energiegeschichte der Schweizer Kernkraft nach und ordnet sie in ihre soziopolitischen Entstehungsbedingungen ein. Zwischen den 1960er- und 80er-Jahren entstanden entlang von Aare und Rhein fünf kommerzielle Kernkraftwerke – Beznau (mit zwei Blöcken), Mühleberg, Gösgen und Leibstadt. Während Mühleberg bereits vom Netz genommen ist, laufen die übrigen Anlagen weiter, Beznau I und II sollen in den kommenden Jahren abgeschaltet werden.