Monditalia für Palermo? OMA kuratiert Manifesta 2018
24.11.2016
Bild: Stephan Becker
Die Manifesta entwickelt sich langsam von einem Experimentierfeld für neue Kunst zu einem Forschungsbetrieb für die Stadt. Schon in diesem Jahr zeigte sich die Wanderbiennale in Zürich als Untersuchungslabor städtischen Lebens. „Wie arbeiten wir heute?“ war die Leitfrage des künstlerischen Direktors Christian Jankowski. Jankowski – selbst eigentlich Künstler – führte die Besucher zu unterschiedlichen Orten und Typen der Arbeit in Zürich. Banker in ihren Büros, Neurologen in ihrer Praxis und Prostituierte in ihren Bordellkammern inbegriffen. Nun kündigt Manifesta-Chefin Hedwig Fijen an, dass sich der Fokus der kommenden Biennale 2018 in Palermo auf den urbanistischen Diskurs weiten soll.
Fijen greift sogar noch höher und will die Manifesta 2018 nicht mehr als Ausstellungsmedium, sondern als Plattform politischer Aktionen etablieren: „Wie kann die Manifesta dabei helfen, neue Regeln oder Instrumente zu entwickeln, mit denen sich lokale Communities ihre Stadt zurückerobern können?“ Wer sonst, wenn nicht das zwischen urbanistischer Theorie und künstlerischer Expressivität switchende Büro OMA (Rotterdam) sollte also die kuratorische Leitung der neuen Biennale in Palermo übernehmen?