Kein Denkmal der Vergangenheit Obama Presidential Center in Chicago

18.06.2026

Obama Presidential Center in Chicago

Bild: The Obama Foundation

[[vollformatbild:1]]Kein anderes Land der Welt setzt die Nachlässe seiner Staatsoberhäupter derart opulent in Szene: Die Präsidentenbibliothek ist eine amerikanische Typologie. Seit der Amtszeit von Franklin D. Roosevelt ließen Präsidenten – nach ihrer Präsidentschaft – eine Mischung aus Archiv, Forschungsstelle und Gedenkstätte errichten. John F. Kennedy verewigte die Dokumente seiner Amtszeit in Boston in einem Bau von I. M. Pei, sein Nachfolger Lyndon Baines Johnson beauftragte Gordon Bunshaft von SOM, Bill Clinton beauftragte den New Yorker Architekten James S Polshek 2004 einen aufgeständerten Stahl-Glas-Riegel in Little Rock ans Ufer des Arkansas River zu stellen.

Mit dem Turm von Tod Williams Billie Tsien Architects (New York) ist im Jackson Park, einer von Frederick Law Olmsted entworfenen Grünanlage am Ufer des Michigansees in Chicago, nun erneut eine vergleichsweise ungefällige Präsidentenbibliothek entstanden. Wie ein ungeschliffener Meteroit wirkt der 69 Meter hohe, von vielen als Obamalisk bezeichnete Turm in dem vom Landschaftsarchitekturbüro Michael Van Valkenburgh Associates (Brooklyn) gestalteten Gelände. Rund 850 Millionen Dollar (circa 730 Millionen Euro) soll das Projekt gekostet haben, finanziert über Spenden unter anderem von Jeff Bezos sowie Bill und Melinda Gates

[[bildstrecke:5,15,29|mittig]]Den Auftrag für die Planung des Obama Presidential Center konnten sich Tod Williams Billie Tsien Architects über ein eingeladenes Auswahlverfahren sichern, den die Barack Obama Foundation 2015 ausschrieb. Zu den sieben teilnehmenden Büros zählten auch Snøhetta, Adjaye Associates, Diller Scofidio + Renfro, SHoP Architects, John Ronan Architects und Renzo Piano Building Workshop.

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