Filmtipp: Das Einfamilienhaus als Verhängnis No Other Choice
05.02.2026
Bild: Plaion Pictures
Die Drastik eines ganz gewöhnlichen, gut situierten Lebens – so könnte der lange Untertitel des Films No other Choice von Park Chan-wook lauten, der heute seinen Kinostart in Deutschland feiert. Eine kleine Irritation reicht dem Hitchcock-Fan und Macher von Oldboy, um die fein säuberlich sortierte Welt seines Protagonisten vollkommen ins Gegenteil zu verkehren. Räumliche Elemente nutzt der südkoreanische Regisseur dabei als akzentuierende Hintergrundmusik. Architektur bildet die Backstory, die der Handlung ihren gesellschaftskritischen Ton verleiht.
Zu Beginn wirkt es, als habe Hauptfigur Man-Su, gespielt vom Squid-Game-Spielleiter Lee Byung-hun, ein paar richtige Entscheidungen getroffen. „Ich habe alles“, sagt er und meint Haus, Garten, Auto, Job, Frau und Kinder. Später fragt man sich, ob der Titel wohl schon auf die Wahl dieses Lebensmodells anspielt. Immerhin propagieren es gewisse politische Kräfte nach wie vor allenthalben als Ideal – hierzulande wie in Südkorea, der Kritik an Flächenverbrauch und Klimafolgen einerseits oder gesellschaftlicher Gegenmodelle wie der 4B-Bewegung anderseits zum Trotz.