Buchtipp: Bunkerarchäologie Neuauflage von Paul Virilios Klassiker
15.04.2026
Bild: Spector Books
Natürlich ist dieses Buch nichts Neues, im Gegenteil. Es hält sich akribisch an die Originalversion, die der 2018 verstorbene Philosoph Paul Virilio anlässlich der ersten Ausstellung seiner „Bunkerarchäologie“ 1975 im Musée des arts décoratifs in Paris veröffentlichte. Es sind die gleichen Texte, in einer vorzüglichen deutschen Übersetzung von Bernd Wilczek, und vor allem sind es dieselben Bilder in der gleichen Reihenfolge und Platzierung des Originals. Was hätte man auch ändern sollen? Es ist eine perfekte Publikation, bis heute.
Überraschend ist, dass die Bilder nichts von ihrer Kraft und Faszination verloren haben. Das liegt zum einen an der hohen Qualität des neuen Drucks. Tatsächlich wirken die Schwarzweißaufnahmen der Betonbunker, die wie rätselhafte archaische Heiligtümer an den leeren Stränden erscheinen, schärfer und präziser. Zum anderen erscheint Virilios Untersuchung des deutschen Atlantikwalls an der französischen Küste aufgrund der aktuellen Weltlage leider höchst aktuell.