Gotisierend gefaltet Museumsumbau in Brügge von noAarchitecten

21.02.2020

Der neue Pavillon zwischen Liebfrauenkirche (links) und Gruuthusemuseum (im Hintergrund).
Der neue Pavillon zwischen Liebfrauenkirche (links) und Gruuthusemuseum (im Hintergrund).
Bild: Karin Borghouts

Das Gruuthusemuseum in Brügge ist denkbar einfach zu finden. Es liegt direkt neben der Liebfrauenkirche, deren weithin sichtbarer Backsteinturm mit beeindruckenden 115 Metern hoch über der südlichen Innenstadt aufragt. Nach umfangreicher Sanierung, Umbau und Erweiterung durch noAarchitecten (Brüssel) konnte das Museum Ende 2019 wieder eröffnet werden. Der nach außen sichtbarste Teil ist ein neuer Pavillon zwischen dem historischen Stadtpalais und der Kirche, der nun beiden Sehenswürdigkeiten als Shop, Eingangs- und Informationsportal dient.

Das Museum befindet sich im Stadthaus, das sich Lodewijk van Gruuthuse im 15. Jahrhundert neben die Kirche bauen ließ. Seit der Entstehung ist das Palais mehrfach umgebaut worden, am drastischsten im 19. Jahrhundert nach dem Erwerb des Hauses durch die Stadt, geleitet durch den Stadtarchitekten Louis Delacenserie. Er gestaltete das Haus in einem verklärenden Historizimus und ließ es damit mittelalterlicher wirken als jemals zuvor. Besonders eindrucksvoll ist die neogotische Fassade mit ihren Giebelfenstern und Türmchen sowie dem reich geschmückten Eingangsportal zum gepflasterten Stadtplatz. Das Gebäude wurde zunächst als archäologisches Museum, dann als Stadtmuseum genutzt.

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