Studieren in der Shoppingmeile Kaufhaus-Umbau in Den Haag von LIAG und Sweco
28.04.2026
Bild: Marcel van der Burg
Ähnliche Bilder quer durch Europas Großstädte: In besten Lagen stehen große, nicht selten auch riesige Kaufhauskomplexe leer. Was tun mit diesen Zeugnissen des analogen Massenkonsums? Häufig drohen Abrisse, aber auch Umnutzungen werden diskutiert – insbesondere, wenn es denkmalgeschützte Objekte betrifft. In Den Haag wurde nun ein Kaufhaus mit Wurzeln bis in die 1930er Jahre beispielhaft in ein Hochschulgebäude verwandelt. So kommt endlich wieder Leben in die Fußgängerzone. Die räumliche Transformation bis hin zur Fertigstellung des Rohbaus oblag LIAG Architecten mit Sitz vor Ort. Die Gestaltung und Planung des Ausbaus übernahm das niederländische Büro von Sweco mit Niederlassung in De Bilt.
Das Objekt steht mitten in Den Haag an der Spui schräg gegenüber von Richard Meiers Stadhuis. Es handelt sich um eine frühere Niederlassung der längst abgewickelten Kaufhauskette Vroom & Dreesmann. Das Unternehmen gehörte zu den Pionieren der Branche, wobei man von Anfang an viel Wert auf repräsentative Architektur gelegt hatte. Der Haager Komplex stammt von Jan Kuijt, der als Hausarchitekt von Vroom & Dreesmann galt und bis Ende der 1930er für die Gestaltung vieler „Konsumpaläste“ der Kette verantwortlich war. Hier gestaltete er eine bemerkenswerte Fassade, irgendwo zwischen später Amsterdamer Schule, Art déco und sachlichem Expressionismus. Eine spätere Erweiterung aus den 1960ern ist ebenfalls Teil des nun fertiggestellten Projekts. Jenseits der Fassade wurden auch damals schon Abschnitte des Kuijt-Baus ersetzt.