Spektakulär unspektakulär Interim für das Bundespräsidialamt von sauerbruch hutton
01.10.2026
Bild: Jan Bitter
[[vollformatbild:1]]Möglicherweise hat es noch nie derart viel Aufmerksamkeit für einen Interimsbau gegeben wie für den des Bundespräsidialamtes. Möglicherweise war aber auch der Anspruch selten so hoch gesteckt: schnell sein und zugleich Maßstäbe für ressourcenschonendes Bauen setzen. Trotz beengter Rahmenbedingungen die protokollarischen und sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen und dennoch auf eine zeitgemäße Art repräsentieren. Viereinhalb Jahre haben die Beteiligten gebraucht, den in einem VgV-Verfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb erfolgreichen Entwurf der ARGE sauerbruch hutton / Drees & Sommer (Berlin) zu realisieren. Ende August war Schlüsselübergabe im sogenannten Amtssitz am Spreebogen.
Um den Planungsprozess zu beschleunigen, hatte das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) als Bauherrenvertretung einen Mehrparteienvertrag im Modell der Integrierten Projektabwicklung (IPA) aufgesetzt, nicht zuletzt, um aus dem Claim Management herauszufinden, das Bauen immer wieder verteuert. Es ist eines der ersten abgeschlossenen Hochbauprojekte der öffentlichen Hand in Deutschland.
Kaufmann Bausysteme (Reuthe) mit Primus Developments (Hamburg) traten wie bereits beim Bürohaus Luisenblock im Berliner Regierungsviertel wo sie Generalübernehmer waren, als Generalunternehmer auf. Die Generalplanung übernahm die ARGE sauerbruch hutton / Drees & Sommer. Bis zum Ende der Sanierungsarbeiten, die aktuell auf acht Jahre geschätzt werden, soll das Bundespräsidialamt das Haus nutzen, danach eine andere Bundesbehörde einziehen.