Aus einem Guss Glaskunstzentrum in Meisenthal von SO–IL und Freaks
14.06.2022
Bild: Iwan Baan
Seit dem 17. Jahrhundert wird in den Nordvogesen im Dreieck der Glashüttenstandorte Götzenbruck, Münzthal-St. Louis und Soucht Glas verarbeitet. In dem dort gelegenen 600-Seelen-Dorf Meisenthal nahm ab 1701 die industrielle Glasfertigung ihren Lauf. Der Legende nach ist hier die Wiege der Weihnachtsbaumkugel, die infolge eines besonders harten Winters als Ersatz für Früchte am Weihnachtsbaum aus der Not heraus geblasen wurde. Über den Kunsthandwerker Émile Gallé, der einst das Wissen der Einheimischen für seine Gestaltungsexperimente genutzt hatte, geht auch das „Jugendstil“-Glas auf diesen Ort zurück, wie das Centre International d’Art Verrier informiert.
Mit der Werksschließung 1969 endete vorerst die Geschichte der industriellen Glasverarbeitung, bis 1992 auf lokale Initiative in der ehemaligen Schleiferei der Glashütte das internationale Glaskunstzentrum Centre International d’Art Verrier gegründet wurde. Ziel ist die Weitergabe und Weiterentwicklung des Glaskunst-Know-hows.