Guter Container Flüchtlingsunterkunft von Werner Sobek bei Stuttgart

16.01.2017

Werner Sobek, Flüchtlingsunterkungt, Container, Holz, Lärche, Winnenden, Kleinstadt, Stuttgart, Baden-Württemberg, Fertigstellung, 2016, 2017, Holz

Bild: Zooey Braun

Man blätterte im Deutschen Pavillon der Architekturbiennale 2016 durch die Kataloge an realisierten Beispielen oder scrollt heute durch die vom Deutschen Architekturmuseum zusammengestellte Online-Datenbank mit „innovativen Konzepten der Flüchtlingsunterbringung“: Es ist auffällig, dass sich der Standard von Flüchtlingsunterkünften in Deutschland – zumindest in der Anschlussunterbringung – stetig verbessert.  
 
Und doch bleibt ein genereller Paradigmenwechsel in der Konzeption der Unterkünfte aus. Die Entwurfsmaxime, schnell, kostengünstig und flexibel zu bauen, hat weiterhin ihre Gültigkeit und führen auch weiterhin zur Container-Lösung, die – mit mal mehr, mal weniger qualitätsvoll produzierten, standardisierten Modulen – in ihrer Grundstruktur eine Idee von Dauerhaftigkeit ausschließt. Der Bestand an Wohnungen für die generelle soziale Wohnraumversorgung in Deutschland wird mit diesen Projekten also längerfristig nicht vergrößert.

Vor kurzem veröffentliche das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die neuen Zahlen, die seit 2015 nicht nur eine Stimmungsanzeige für „Schaffen wir das?“ sind, sondern durch die Quotenregelungen auch den Handlungsrahmen für die Kommunen darstellen: 280.000 Menschen suchten 2016 in Deutschland Asyl. Im Vergleich zum Vorjahr ist das weniger als ein Drittel (2015 waren es 890.000). Jeder, der Erstaufnahme und Anschlussunterbringung unterscheiden kann, weiß, dass daraus kein Rückgang des Bedarfes an Unterkünften folgt. Im Gegenteil. Es ist davon auszugehen, dass auch längerfristig günstiger Wohnraum benötigt wird.

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