Teleskopräume Filmvorstellung und Ausstellung in Wismar
14.08.2025
Bild: Müther-Archiv an der Hochschule Wismar, Baukunstarchiv MV
Ein mobiler Raum zum Ausfahren, transportabel, flexibel konfigurierbar und vielfältig einsetzbar – in den Werkstätten von Helmuth Both im mecklenburgischen Boizenburg, ein Betrieb für Land- und Forstmaschinenbau, wurde diese Vision in den 1960er Jahren Realität. Über 3.000 sogenannte Raumerweiterungshallen (REH) sind bis 1989 in der ehemaligen DDR produziert worden. Der Dokumentarfilm Lost Silverfish of Berlin (2024) geht dieser Erfindung auf den Grund. Am Samstag, 16. August 2025, wird er im Ausstellungshaus phanTechnikum in Wismar gezeigt.
In Gesprächen mit Planer*innen, Historiker*innen und Zeitzeug*innen will der Film die Geschichte und das Konzept der REH als mögliche Lösung für drängenden Raumbedarf aufarbeiten. Bei seiner Recherche zur Berliner Wohnungskrise wurde der britische Regisseur und Filmemacher Rory Ryder auf die Geschichte des DDR-Mobilbaus aufmerksam. Im Jahr 1959 hatte Helmuth Both die Raumerweiterungshalle erstmals vorgestellt. Sein Sohn Klaus Both entwickelte die Form weiter. 1966 erlebte sie unter dem Namen Variant einen Durchbruch. In der Folge wurde die ausfahrbare Halle seriell hergestellt und vereinzeilt auch außereuropäisch exportiert.