Holz hinter Kalkputz Einfamilienhaus in Berlin von Atelier ST

14.01.2026

Einfamilienhaus in Berlin von Atelier ST

Bild: Clemens Poloczek

Die Berliner Eichkampsiedlung im Westen der Hauptstadt entstand nach dem Ersten Weltkrieg als einfacher Gebäudebestand für Arbeiter und Beamte mit niedrigem Einkommen. Maßgeblich entworfen hat den Siedlungsplan Max Taut. Beteiligt waren darüber hinaus neben seinem Bruder Bruno Taut weitere bekannte Architekten jener Zeit wie Martin Wagner. Der Stil der historischen Häuser – einiges stammt auch aus jüngeren Jahren – ist durch eine vormoderne, aber keinesfalls nüchterne Sachlichkeit geprägt. An vielen der Reihen- und Doppelhäuser lassen sich beispielweise auch verspielte Details erkennen, die an den Jugendstil erinnern. In diesem besonderen Umfeld haben Atelier ST (Leipzig) ein Wohnhaus errichtet, das seine gegenwärtige Entstehungszeit nicht preisgibt.

Erstaunlich ist zunächst mal der Bauplatz selbst, handelt es sich doch um eine Parzelle, die noch nie bebaut war. Einer der schmalen Siedlungspfade weitet sich hier ein wenig, so dass eine Bebauung eines rückwärtigen Grundstücksteils mit direktem Straßenbezug möglich wurde. Atelier ST besetzten die Hälfte des Grundstücks mit einem würfelförmigen Volumen unter einem flachen Dach. Letzteres ist dank großer Gauben und geschickter Raumaufteilung im Schnitt ebenfalls fast vollständig nutzbar, so dass effektiv drei Etagen zur Verfügung stehen. Zusammen mit einer Teilunterkellerung kommt so eine Bruttogrundfläche von 388 Quadratmetern zusammen – genug für die sechsköpfige Familie, die hier wohnt. Mit seiner Fassadenstruktur, dem gedeckten Kalkputz und den halbrunden Öffnungen zeigt sich das Haus moderat historisierend.

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