Historische Moderne Best of Interior 2024 geht an das Studio AADA
Text von Annette Schimanski | 31.10.2024
Bild: Constantin Riess
Bereits seit zehn Jahren küren der Callwey Verlag und seine Fachjury alljährlich die schönsten Interior-Projekte. 2024 wurde erneut ein 1. Preis verliehen. Fünf weitere außergewöhnliche Projekte erhielten Anerkennungen. Auch sieben Newcomer Produkte des Jahres wurden ausgezeichnet und ein Fotografie-Preis vergeben.
Der Bildband Best of Interior 2024, der heute erscheint, umfasst 50 Projekte, die von der Jury aus allen Einreichungen ausgewählt wurden. Es handelt sich um Einrichtungskonzepte für den privaten Wohnbereich, die harmonisch, sehr persönlich und bis ins Detail durchdacht sind. Das diesjährige Siegerprojekt von AADA trifft den Zeitgeist auf überraschende und bemerkenswerte Art und Weise: Umnutzung, Erhalt und der behutsame Umgang mit dem historischen Bestand sind nur einige der Leitthemen des Gewinnerteams, das gestern bei der Preisverleihung in München die Auszeichnung entgegennahm. Das Buch wurde von der Designerin und Kreativdirektorin Carolin Sangha und der Journalistin Ute Laatz verfasst.
Im Jahr zuvor konnte der Architekt und Designer Fabian Freytag mit historischer Exzentrik punkten, was ihm einen Platz in der Jury von 2024 sicherte. Gemeinsam mit Gabriela Hauser (Vizepräsidentin bdia), Johanna Neves Pimenta (md Interior Design Architecture), Ute Laatz (Freie Redakteurin), Johannes Hünig (Schöner Wohnen) und baunetz id-Chefredakteurin May-Britt Frank-Grosse studierte er sorgfältig die Einreichungen, um die besten Projekte zu identifizieren. Auch in diesem Jahr wurden ein 1. Preis und fünf Anerkennungen vergeben.
Bestand mit Zukunft
Es sei ein „Blick in die Zukunft im Hinblick auf den Umgang mit dem Bestand“, schreibt der Vorjahressieger Fabian Freytag über das Projekt, das den 1. Preis erhält. Die belgische Innenarchitektin Olivia Sommer und der deutsche Architekt David Gössler, die hinter dem jungen Berliner Büro AADA Atelier for Architecture, Design and Atmosphere stecken, haben die Jury mit einem sensiblen Umbau in den Schweizer Bergen überzeugt. Seit Jahrzehnten ist die in den Sechzigerjahren gebaute Casa Muttabella im Kurort Flims das Urlaubsdomizil einer Familie. Ein neu organisierter Grundriss, ein erfrischender Mix aus Vintage-Objekten und eigens entworfenen Möbeln sowie eine gelungene Brücke zwischen Innen- und Außenraum machen das Erstlingswerk des Duos zu einer bemerkenswerten Modernisierung. Die Geschichte des Ortes spricht immer noch durch die Details und verwandelt das Apartment in einen emotionalen Sehnsuchtsort.