„Das Miteinander steht im Mittelpunkt“ Interview mit der Berliner Köchin und Food-Aktivistin Sophia Hoffmann

Text von Judith Jenner | 01.10.2026

Wie geht Gastgeben? Die Berliner Köchin, Autorin und Food-Aktivistin Sophia Hoffmann hat ein Buch darüber geschrieben. Jenseits starrer Regeln wirbt sie für einen undogmatischen Umgang mit Essen, der Mensch und Natur zugutekommt.

Zum ersten Mal hat Sophia Hoffmann ein Buch ganz ohne klassische Rezepte geschrieben. Stattdessen geht es um die Zutaten für einen gelungenen Dinner-Abend, abseits von Perfektionismus. Sie bricht mit gängigen Regeln und setzt ihren Low-Waste-Ansatz nicht nur in der Küche um, sondern auch bei der Einrichtung ihres veganen Restaurants HAPPA in Berlin-Kreuzberg.

Wann und wie hast Du entdeckt, dass Du eine gute Gastgeberin bist?

Man ist ja sehr geprägt davon, was man zu Hause vorgelebt bekommt. Bei mir gab es diesen Coming-of-Age-Moment mit Anfang 20, als ich das erste Mal Leute zum Essen eingeladen habe. Das fühlte sich sehr erwachsen an. Über die Jahre bin ich in diese Rolle hineingewachsen, anfangs durchs Nachtleben. Ich habe zehn Jahre aufgelegt und Partys veranstaltet. Da gibt es viele Parallelen zu einem Dinner. Es macht mir einfach Spaß, Menschen eine gute Zeit zu bescheren, sie zusammenzubringen. Mittlerweile ist Essen das Werkzeug, das ich dafür benutze. Mein Credo ist: Jeder und jede kann Gastgeber oder Gastgeberin sein. Wer für seine Gäste gerne fünf Gänge kocht, sollte das machen. Ein Potluck-Dinner, bei dem jeder Gast etwas mitbringt, ist aber genauso okay. Das Miteinander steht im Mittelpunkt.

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