Ade Palais Zirkuläre Arbeitsgarage von Caramel ArchitektInnen in Wien

Text von Tanja Pabelick | 21.09.2026

Caramel ArchitektInnen tauschten ihre mondäne Wiener Stadtrepräsentanz gegen eine alte Garage mit 5,50 Meter hohem Tonnengewölbe. Was sie dort vorfanden, wurde zum Ausgangspunkt für ein ungewöhnliches Büro – mit freigelegter Pferderampe, maisgelben Markisen und einem Arbeitsbereich, der als Dorfplatz dient.

Bis vor Kurzem arbeiteten Caramel ArchitektInnen mit ihren rund zwanzig Mitarbeiter*innen in der Wiener Türkenstraße, nur ein paar Blocks vom Zentrum entfernt. Das Büro befand sich in einem historischen Mietpalais mit Raum auf drei Ebenen. Sein Architekt Franz Neumann war ein bedeutender Vertreter des Wiener Historismus. Der Standort diente als räumliche Repräsentanz für Caramel, bis sich das Team für den Umzug – und eine konträre Arbeitsumgebung – entschied. Aus dem Gründerzeit-Altbau ging es in eine Lagerhalle, aus der pittoresken Gasse in einen Hinterhof und vom neunten Bezirk in den vierten. Dort stand ein Tonnengewölbe aus den 1950er-Jahren mit einer lichten Höhe von 5,50 Metern und mehr als 600 Quadratmetern Nutzfläche, aber auch mit einem Rucksack von mehreren Jahrzehnten Leerstand. Genutzt wurde es erst als Stall. Später wurde der historische Bau durch die heutige Garage mit Werkstatt ersetzt, einen rohen Bau ohne räumliche Unterteilungen. Das Team von Caramel begann seinen Neustart an diesem Ort mit einem funktionsoffenen Grundriss, der ihnen die Chance gab, Räume maßgeschneidert auf den eigenen Arbeitsalltag zu gestalten.

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