Waaghaus

19.06.2023

Nicolas Felder, Wiggensbach

In direkter Nachbarschaft zur Kirche befindet sich mitten in Türkheim das denkmalgeschützte Waaghaus. Der zweigeschossige Giebelbau mit nach Westen abgewalmtem Satteldach wurde um 1600 als Wohnhaus mit Stall in Holzständerbauweise erbaut. Erhalten sind von diesem ursprünglichen Bauwerk nur noch ein Ständer in der Nord-Ost-Ecke der Stube sowie Deckenbalken und Unterzüge. Das Gebäude hat mit mehreren Umbauphasen eine wechselvolle Baugeschichte. 1781 wurde das ehemalige Waaghaus zum ersten Mal schriftlich erfasst. 1847 erhielt es ein neues, steileres Dach. Um 1900 wurden in der überdachten zweigeschossigen Durchfahrt im westlichen Wirtschaftsteil die Waage eingerichtet. Diese ehemalige Funktion prägt auch heute noch die Bezeichnung des Gebäudes.

Für die Nutzung als zukünftiges Gemeindezentrum wurde neben der Sanierung des Bestandsgebäudes, ein Neubau mit einem großen Veranstaltungssaal ergänzt. Der Anbau erhält ein markantes Satteldach aus Kupfer. Das elegante Material wiederholt sich an den Außentüren. Fein ausgearbeitete Details wie der Falz des Kupfers an den Türen oder die in Nischen gesetzten Fallrohre ermöglichen ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. Der Gemeindesaal wird über einen eigenen Eingang im Norden betreten. Großformatige Fensteröffnungen verzahnen an dieser Stelle das Außen mit dem Innen. Im Saal selbst ist die Kubatur des Neubaus mit seiner Dachform spürbar. Neben den großen, runden Pendelleuchten prägen wertige Oberflächen wie geöltes und gewachstes Hirnholzparkett aus Eiche oder die Holz-Alu Fenster und Türen den Innenraum. Holz-Zement-Paneele an der Decke sorgen für eine bessere Akustik. Ein zusätzlicher eingeschossiger Anbau im Westen bietet Raum für die Küche sowie ein Lager.

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