Grüne Arche
01.01.2014
Nähert man sich ihm vom Wasser, mit dem Boot vom nahen Touristenhafen kommend, wirkt das Gebäude – zumal im nebligen Herbstwetter – zunächst wie eine Fata Morgana. Auf einer eigenen kleinen Insel gelegen, scheint es wie ein archaisches Schiff über der weiten Wasserlandschaft des Wetland-Parks zu thronen.
Das Besucherzentrum des XiXi-Parks in Hangzhou (im Yangtze-Delta gelegen wie das nicht weit entfernte Shanghai) ist eines von drei kleinen, ikonischen Ausstellungsgebäuden rund um den Park, das letzte nach denen von David Chipperfield und Arata Isozaki. Im vergangenen November wurde das Haus rundum fertiggestellt und offiziell übergeben und wird nun in den kommenden Monaten seinen zukünftigen Nutzungen zugeführt.
Zwischen dem siegreichen Entwurf von RhineScheme Architekten (internationaler Wettbewerb 2008) und Realisierung ist eine für China ungewöhnlich lange Zeit von fünf Jahren verstrichen. Das ist hauptsächlich der Zertifizierung des Gebäudes mit der höchsten LEED-Klasse (Platin) geschuldet; davon und von der geplanten Nullenergie-/ Nullemissionsbilanz gibt es bislang im ganzen Riesenreich nur eine Handvoll.
Der XiXi-Park, einziger chinesischer Wetland-Park, ist eine Attraktion für mehr als 1 Million Touristen jährlich, nur wenige Kilometer von Hangzhous Stadtzentrum mit seinem berühmten Westsee entfernt, einem der größten Touristenmagnete Chinas.
Das im Park gelegene Besucherzentrum ist mehr als nur ein LEED-Platin-zertifiziertes Nullenergiegebäude. Dafür ist seine Lage zu exponiert und bildhaft. Dafür ist auch die umgebende Seen- und Teichlandschaft zu eindrücklich und seine massenhafte Nutzung zu chancenreich.
Unmittelbar beim Haupteingang zum Park gelegen, dient das Haus hauptsächlich als erste Anlaufstelle für Touristen und als noch zu kuratierendes Ausstellungszentrum, in dem das Gebäude selbst eines der Hauptexponate ist. Daneben beherbergt es eine Zweigstelle der Zhejiang-Universität, eine der ältesten Chinas, für Lehrveranstaltungen im Bereich Umwelt und Ökologie.