Grüner Bunker St. Pauli Dachgarten für den Hamburger Flakturm

08.10.2024

Der St. Pauli Bunker hat ein neues Gewand – mit einem öffentlichen Dachgarten wirkt er trotz Aufstockung heute deutlich einladender.
Bild: Konzept / Architektur: Mathias Müller-Using / Inter+-Pol Studios Foto: Jakob Börner

Läuft man von der U-Bahn-Station St. Pauli über das Heiligengeistfeld Richtung Feldstraße, erstreckt sich am Ende der leergefegten Betonlandschaft ein monolithischer Koloss gen Himmel. Besonders an nebligen Tagen, von denen die Hansestadt überdurchschnittlich viele zu bieten hat, wirkt das Szenario beinahe bedrohlich. Der ehemals 38 Meter hohe Flakturm IV ist heute durch eine pyramidenartige Aufstockung um weitere 20 Meter gewachsen. Hamburgs brachialstes Bauwerk erhielt ein grünes Gewand – was den 70 × 70 Meter großen Hochbunker deutlich freundlicher macht, aber nicht von seinem geschichtlichen Erbe ablenken sollte.

Umnutzung eines Bunkers

Als einer von über 1.000 Hochbunkern wurde das Gebäude 1943 nach Plänen von Friedrich Tamms von Zwangsarbeiter*innen errichtet. Es diente zunächst der Flugabwehr und später als Schutzraum für etwa 25.000 Menschen. Mit seinen 3,80 Meter dicken Wänden und den vier Ecktürmen sollte der Bunker den Eindruck einer mittelalterliche Trutzburg vermitteln. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen unter anderem der Axel-Springer-Verlag und der damalige Nordwestdeutsche Rundfunk ein, der in den 1950er-Jahren von hier aus die erste Tagesschau sendete. Ab 1990 erfolgte der Umbau in ein Medienzentrum mit Musikclub, Studios, Kammerkonzertsaal und einem Musikinstrumentenhändler.

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