Grüner Bunker in Hamburg Vertikale Schwammstadt auf St. Pauli
16.11.2024
Bild: Konzept / Architektur: Mathias Müller-Using / Inter+-Pol Studios Foto: Jakob Börner
Vor knapp elf Jahren forderten die ersten Stimmen seine Begrünung. Heute ist der Hochbunker am Heiligengeistfeld in Hamburg mit 22.000 Pflanzen und einer intelligenten Regenwasserbewirtschaftung ein landschaftsarchitektonisches Pilotprojekt. Der Betonkoloss fungiert nun als Schwamm für die regenreiche Hansestadt. Die Begrünung soll dem 70 × 70 Meter großen Bauwerk eine neue Bedeutung zuschreiben, nicht jedoch von seinem geschichtlichen Erbe ablenken.
1943 wurde das Gebäude nach Plänen von Friedrich Tamms von Zwangsarbeiter*innen errichtet. Es diente zunächst der Flugabwehr und später als Schutzraum für etwa 25.000 Menschen. Mit seinen 3,80 Meter dicken Wänden und den vier Ecktürmen sollte der Flakturm IV den Eindruck einer mittelalterliche Trutzburg vermitteln. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen unter anderem der Axel-Springer-Verlag und der damalige Nordwestdeutsche Rundfunk ein, der in den 1950er-Jahren von hier aus die erste Tagesschau sendete. Ab 1990 erfolgte der Umbau in ein Medienzentrum mit Musikclub, Studios, Kammerkonzertsaal und einem Musikinstrumentenhändler.