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1, 2007

Berlin, TU

Zwischen den Türmen

von Dirk U. Moench

Hochschule:

Berlin, TU

Präsentation:

September 2006

Lehrstuhl:

Prof. Klaus Zillich

Rubrik:

Städtebau

Software:

Vor Ort wurden zu Beginn der Arbeit Bauaufnahmen beispielhafter Architektur des Plangebiets erstellt sowie auf Fragebögen basierende Umfragen betroffener Bevölkerungsschichten (Lilongeinwohner, Kunden der Lilongläden, Einwohner neuer Wohnhochhäuser am Plangebiet, Arbeitende in neuen Bürohochhäusern am Plangebiet, insgesamt ca. 200 Personen) zwecks eines besseren Verständnisses der Beziehungen zwischen alten und neuen Typologien, alten und neuen Bevölkerungsschichten durchgeführt. Ausführliche Hintergrundforschung vor Ort in Zusammenarbeit mit der Tongji Universität sowie lokalen Behörden. Internetforschung. Quantitative und qualitative Auswertung der Erhebungen in Text und Grafik erfolgte nach Rückkehr nach Deutschland. Anschließender Entwurfsprozess in Bleistift und Kohle, Ausarbeitung in AutoCad und ArchiCad, Fotomontagen in Photoshop, Layout in InDesign, Grafiken in Illustrator. Städtebaulicher Maßstab 1:1000, des weiteren Vertiefung aller Typologien im Maßstab 1:100. Bau eines städtebaulichen Modells 1:1000.

Nördlich des Suzhou Flusses und in unmittelbarer Nähe zum Shanghaier CBD, blieb ein ca. 20 ha großes, mit Lilongs, der historischen Wohntypologie Shanghais, und alten Warenhäusern bebautes Gelände von dem allgegenwärtigen Abbruch alter Bausubstanz noch weitestgehend verschont. Angesichts der dortigen Defizite bezüglich der allgemeinen Infrastruktur, der Lebens- und Arbeitsbedingungen, aber auch des stetig steigenden Marktdrucks aufgrund der parallel ablaufenden Vertikalisierung durch Büros und Shopping Center nördlich und südlich des Plangebiets, ergibt sich die absolute Notwendigkeit einer Neudefinition der Rolle des Plangebiets im urbanen Zusammenhang. Hierbei ist es Ziel des Verfassers nicht nur modernen Anforderungen an ein verkehrstechnisch perfekt angebundenes Areal im Herzen Shanghais gerecht zu werden, welche Luxuswohnraum und hochwertige Flächen für Einzelhandel und Büros sowie touristische Attraktionspunkte mit einschließen, sondern die lokale Bevölkerung zu einem großen Teil zu erhalten und in das Gesamtkonzept derart einzugliedern, dass die einzigartige Qualität des Gebiets, seine gewachsene Wohn- und Handelskultur, es auch in Zukunft zu einem besonderen Bestandteil der urbanen Landschaft werden lassen.

Architektonisch gilt es der Ursprungsbevölkerung vor allem verbesserten Arbeits- und Verkaufsraum zur Verfügung zu stellen, der in enger Kombination mit dem Wohnraum Möglichkeiten bietet, den bereits hohen Anteil selbständig arbeitender im Handels- und Dienstleistungssektor auszubauen.