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1, 2007

Berlin, TU

Shaken. And stirred. Ein Haus für James Bond.

von Artur Gärtner

Hochschule:

Berlin, TU

Präsentation:

Juli 2006

Lehrstuhl:

Prof. Lutz Kandel und Bernd Bess Architekt

Rubrik:

Experimentelle Entwürfe

Software:

Neben der Architektur wurde hier also auch das gesamte Inventar, die Beleuchtung samt Lichtquellen, Einrichtung wie Bücher, Vasen, Kissen mitentworfen. Zusätzlich gibt es eine Landschaftsgestaltung, bei der Wind, Temperatur etc. miterlebbar wird durch die Geräusche und Bewegung der Äste und Blätter im Wind und athmosphärische Beleuchtungskonzepte. Das Musikkonzept spielt beim Film ebenfalls eine zentrale Rolle, denn die ebenfalls mitentworfene Handlung (Drehbuch) des Films wird dabei dramaturgisch unterstrichen. M und Moneypenny bewegen sich als Silhouetten durch die Räume. Durch die Kameraführung lernt der Zuschauer neben der Architektur auch den Charakter von James Bond kennen. Das Storyboard entspricht dabei dem Plan zum Film. Das Wasser, Meer, die Wasserfälle, die Palmen, Fahrstühle, Lichtschalter, Monitore sind animiert, die Silhouetten wurden in einer BlueBox mit zwei Schauspielern aufgenommen und eingefügt. Der Film dauert eine Stunde und wurde im UCI-Kino ZooPalast in Berlin in 16:9 und DolbySourround präsentiert. Ein Plot von 20 Metern Länge, aufgerollt auf einer Art „Filmrolle“, ermöglichte durch Kurbeln das Spulen an eine bestimmte Stelle, um über einzelne Ausschnitte im Detail zu diskutieren. Das Endprodukt ist eine Doppel-DVD mit Hauptfilm und vielen Zusätzen wie MakingOf, Recherchematerial, Interviews, etc. Von der Stunde sind etwa zwei Drittel animiert, der Rest sind Originalsequenzen, die die Handlung unterstreichend eingefügt wurden, sowie Intro und Outro mit MakingOf.

Es wurde versucht, durch methodologisches Arbeiten eine „James-Bond-Architektur“ herauszufiltern, um damit ein Entwurfswerkzeug zu gewinnen, mittels welchem dann ein Haus für James Bond entworfen werden kann. 007 begibt sich immer auf gefährlicher Mission im Auftrag Ihrer Majestät, und immer in einer Welt von Exotik, Luxus und Eleganz, sein Zuhause wird dabei nie gezeigt. Wie dies aussehen könnte beruht auf der Information, die uns heute gegeben ist - also in literarischer Art und den Filmen ansich, welche in aufwendigen Exzerpten (etwa 80h Filmmmaterial) analysiert wurden. Ergebnis ist ein einstündiger Film mit Handlung und Schauspielern.

Die gesamte Arbeit hat den Schwerpunkt auf der Wahrnehmung von Architektur im Film. Daher wurde, um einzelne Szenen in den einzelnen Sets in voller Wirkung zu zeigen und zu inszenieren, der gesamte Entwurf ausschließlich in der Sprache von Bildern, Animationen und Filmausschnitten entwickelt. Es gibt keine Karten (es wurde ein fiktives Stück Erde entworfen), Pläne (alles beruht auf bewegenden Bildern) oder Modelle (also Sets im Maßstab 1:1), denn der Maßstab ist ein anderer: Beruht ein Animationsflug doch etwa auf dem Planungsmaßstab von 1:200, so ist beim Film alles 1:1.