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3, 2007

Dessau, HSA

Rainer Werner Fassbinder Foundation

von Kathrin Schulze

Hochschule:

Dessau, HSA

Präsentation:

September 2006

Lehrstuhl:

Prof. Johannes Kister, Prof. Alfred Jacoby

Rubrik:

Kulturbauten

Software:

Arbeitsmodelle M 200 AutoCad, Sketch up, Photoshop, Illustrator

Laut einer Vergleichsstudie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat München unter den 50 größten deutschen Städten die höchste Wirtschaftskraft und Lebensqualität. Liest man weiter ist sie ebenso die Stadt mit der höchsten Bevölkerungsdichte, Tendenz steigend.
Scheinbar ist München eine Stadt der Superlative mit glücklichen Menschen und aussichtsreicher Zukunft. Belastet von Vorurteilen? München ist ebenso die Stadt der Bussi-Bussi-Schickeria, der Reichen und Schönen, der feinen Gesellschaft vor prachtvoller Kulisse, so hört man. Aber wagt man einen Blick außerhalb des definierten Rahmens und schaut hinter die Oberfläche von „Sonnenbrillenhausen“ entdeckt man anderes und davon weitaus mehr.
Ich habe das enfant terrible des unabhängigen deutschen Films der 70er Jahre entdeckt. Rainer Werner Fassbinder.

Inmitten der Altstadt Münchens, nahe dem Sendlinger Tor, entstand während meiner Diplomarbeit die Rainer Werner Fassbinder Foundation. An einem desolaten Standort rückseitig der Einkaufswelt veränderte ich die vermeintliche Pufferzone in ein kreatives Zentrum für Filmschaffende und Interessierte, Stipendiaten und Fassbinderfans. In einem sich öffnenden Gebäude wird jener Transitraum zum Stilmittel - Durchgangsräume bekommen Aufenthaltsqualität, Außenraum wird Innenraum und die Stadt wird Kulisse, man selbst ist mittendrin. Das Gebäude ansich ist in U-förmige Rahmen 'geschnitten' und bildet die vertikale Konstruktions- sowie Funktionstruktur. Unterschiedliche Breiten und Höhen der Abfolgen inszenieren den Raum. Diese `Sequenzen` sind über horizontale Ebenen verbunden, über die sich der Besucher bewegt und die je nach Nutzung Teil einer Kinovorführung oder Vernissage werden.
Die Perforation des Gebäudes lässt Durchblicke und Gänge zu, zeigt dem Gast Einblicke in Fassbinders zerrüttetes Leben und polarisierendes Schaffen.