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November / Dezember 2011

msa | münster school of architecture

Nachgeladen.

Umnutzung der ehemaligen preußischen Geschützgießerei in Berlin-Spandau

von Kristin Schmidt, Matthias Hänsch

Hochschule:

msa | münster school of architecture

Präsentation:

20.9.2011

Lehrstuhl:

Prof. Kirsten Schemel

Rubrik:

Freizeit- und Sportbauten

Software:

Vectorworks Adobe Indesign Adobe Photoshop Maxon Cinema 4D

Die ehemalige Geschützgießerei befindet sich an einer sehr prominenten Stelle direkt am Spreeufer in Berlin-Spandau und liegt seit nun fast 20 Jahren brach. Die Nutzungen, die wir neu in die Hallen integriert haben, stehen in einem deutlichen Kontrast zu der ursprünglichen Nutzung. Durch die behutsame Integration, entstand eine Symbiose, der neuen Baukörper und der Hallenstrukturen. Das neue Ensemble setzt sich aus einem Indoorgarten mit Schmetterlingshaus und Klettergarten, sowie einem Hotel, in Halle 1, und einem Sportcenter in Halle 2, zusammen. Es entstanden zwei unterschiedliche Typologien in den Hallen, die deutliche Verknüpfungen zu den bestehenden Strukturen herstellen. Das „Band“ zum Einen, entwickelt sich in beiden Hallen in den Mittelschiffen und stellt die transformierte Bewegung der Lastenkräne dar. Auf diesem Band befindet sich jeweils die Hauptnutzung und dazugehörige Nebennutzungen. Es wird also zum Träger des Neuen auf der Basis einer Bewegung des Alten. Eine weitere Typologie sind die „Kanonenrohre“, sie beinhalten besondere Räume in den Hallen, wie das Restaurant im Indoorgarten oder die Hotelzimmer, oder auch die Sportsbar. Auch die Hauptzugänge zu beiden Hallen sind als „Kanonenrohre“ formuliert, gerade die Eingänge sollen sich von der Bestandsstruktur absetzen um eine klare Wegeführung der Besucher zu ermöglichen. Die Typologie der „Kanonenrohe“ entwickelt sich aus dem ursprünglichen Produkt der ehemaligen Geschützgießerei. In der Überdimensionierung sollen die „Kanonenrohre“ an den historischen Hintergrund der Hallen erinnern. Gerade im offenen Bereich zwischen den Hotelzimmer erscheint die Halle wie ein überdimensionales Lager. Das Neue wächst regelrecht durch den Bestand, beschädigt ihn dabei allerdings nicht.
Die Symbiose aus Alt und Neu soll sich nicht nur aus den Baukörpern definieren, sondern vorallem auch durch Atmosphären. Mit den neuen Nutzungen sollen Atmosphären aus vergangener Zeit entstehen, welche die Besucher auf andere Art und Weise zurückerinnern lassen. So steht der Indoorgarten mit seiner Natürlichkeit und auch Leichtigkeit durch die Schmetterlinge, im Kontrast zu der Schwere und Robustheit der Industrie von Früher. Doch erreichen wir heute eine ähnliche Atmosphäre wie Früher bei der Metallverarbeitung. Die große offene Halle ist durchzogen von leichtem Nebel und Wärme. Auch die große Treppe im Hotel soll zur Atmosphäre beitragen, da sie aus Stahl besteht, erklingt ein metallisches Geräusch, ähnlich der Schmiedearbeiten im Produktionsalltag, wenn die Hotelgäste sie betreten.
Ein weiterer Ansatz verfolgt die vorgegebene Dynamik im Bestand, die „Bänder“, die wir in den Mittelschiffen untergebracht haben unterstützen die Dynamik, bis hin zum Knotenpunkt im Hotelbereich, an dem sich die Rezeption mit Foyer befindet. Dort wird die Dynamik aufgefangen. Abschließend wird deutlich, dass durch die gewählte Strategie im Umgang mit dem Bestand eine ausgewogene Symbiose aus Altem und Neuen entstanden ist.