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2, 2000

Potsdam, FH

Kunstfabrik Potsdam

von Martin Kroll

Hochschule:

Potsdam, FH

Präsentation:

Januar 2000

Lehrstuhl:

FB Architektur und Städtebau, Prof. M. Ortner und Prof. K.-H. Winkens

Software:

Modeling: Archicad Rendering + Animation: 3dmax Bildbearbeitung: Photoshop

Stadtentwicklung bedeutet Veränderung. Veränderung heißt Raum für Jetziges und Zukünftiges schaffen. Jetziges ist uns bewußt, für das Zukünftige können wir nur Ansätze bereitstellen - Schnittstellen. Wachstum wird ablesbar. Die Stadt wird ein Labyrinth der Veränderung.

Der städtebauliche Ansatz ist eine Art Plug-In-Architektur, nicht im Sinne, wie sie Archigram in den sechziger Jahren verstand, sondern aus der Computersprache abgeleitet. Plug-Ins sind Schnittstellen von Programmen die jedem zur Erweiterung und Anbindung offenstehen. Auf die Architektur übertragen bedeutet dies, dass ein Gebäude "Schnittstellen" aufweist mit der Möglichkeit der Anbindung, Erweiterung und Verbindung. Durch die Verbindung des Neuen mit dem Bestand entsteht ein sinnstiftendes Gesamtgefüge. Die Charakteristik dieser neuen Gefüge muss jedoch einhergehen mit einer klaren Trennung von Alt-Neu, d.h. mit einem Spiel der Gegensätze, das nicht Trennung bedeutet, sondern ein harmonisches Verhältnis und eine neue Einheit anstrebt.

Bei der Erweiterung und dem Ausbau der "Kunstfabrik" im Block 12 der Potsdamer Innenstadt sollten diese städtebaulichen Überlegungen umgesetzt werden in eine sehr praxisbezogene Bauaufgabe mit Auflagen wie: geringe Kosten, Einhaltung B-Plan, Verwendung preiswerter Materialien, einfache Details, leichte Montage usw. Das Inneinandergreifen von Alt-Neu wird durch den "Theaterkubus" und den "Bürokubus" erreicht. Der "Theaterkubus" ist eine innere Raumhülle, welche gleich einer zweiten, inneren Haut in den Bestand gesetzt wird. Er lässt jedoch Durchblicke auf die Mauern des Bestandes zu, spielt damit und erfährt so eine eigene Räumlichkeit. Der "Bürokubus" ist ein von außen einsehbarer Eingriff, welcher deutlich eine Ablesbarkeit von Alt-Neu erreicht. Es ist gleichsam das Herz und Auge des Gesamtgefüges. Kunststoff ist Fassadenmaterial.