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Januar / Februar 2011

Brandenburgische Technische Universität Cottbus

In between tradition and transformation

urban development concept and urban design - district 4 - Ho Chi Minh City / Vietnam

von Sebastian Ibold

Hochschule:

Brandenburgische Technische Universität Cottbus

Präsentation:

29.09.2011

Lehrstuhl:

LS Stadtplanung und Raumgestaltung / Prof. Dipl.-Ing. Frank Schwartze

Rubrik:

Städtebau

Software:

Einmonatiger Aufenthalt im Planungsgebiet: Struktur- und Gebietsanalyse Interviews Bewohnerumfrage Programme: Autocad Sketch Up Photoshop Maxwell Renderer Modell: Edelstahl Polysterol Styrodur

Hintergrund
Ho Chi Minh City, im Süden Vietnams gelegen, ist derzeit durch ein rasantes Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum geprägt. Durch die damit verbundenen Anforderungen an die Planungsebene auf dem Weg zu einer „Megacity“ mit mehr als 10 Millionen Einwohnern, ergeben sich Chancen aber auch Risiken für eine nachhaltige und sozial verträgliche Stadtentwicklung.

Problemstellung
Die Arbeit befasst sich mit dem Distrikt 4 in Ho Chi Minh City, welcher auf einer Fläche von 405 ha von etwa 180.000 Menschen bewohnt wird. Als zentrumsnaher, innerstädtischer Stadtteil ist der Distrikt 4 durch sehr hohe Bodenpreise und einen damit verbundenen hohen Entwicklungsdruck geprägt. Dies hat Auswirkungen auf die lokale, meist sozial schwache Bevölkerung, welche den derzeitigen massiven Umbauprozessen, insbesondere durch das Fehlen von partizipativen Planungs-ansätzen schutzlos ausgeliefert ist. So sind aktuell starke Segregations- und Verdrängungsprozesse im Gange und bestehende Potentiale, wie bauhistorische und kulturelle Werte, der durch das traditionelle „Shophouse“ dominierten Stadtstruktur, bleiben ungenutzt. Auch sind die bestehenden sozialen und wirtschaftlichen Netzwerke von den massiven Transformationsprozessen und den damit verbundenen Umsiedlungsmaßnahmen bedroht. Der Distrikt 4 ist durch starke stadtstrukturelle Defizite, eine mangelhafte Einbindung in die Gesamtstadt, das Fehlen von Grün- und Freiräumen, sowie soziale Probleme gekennzeichnet, was einen Teilumbau des Stadtteils erforderlich macht.

Leitbild
Da aber auch bedeutende Entwicklungsmöglichkeiten der bestehenden Bebauungs- und Infrastruktur zu verzeichnen sind, ist es Ziel der Arbeit, einen alternativen Planungsansatz aufzuzeigen, welcher den auf radikalen Stadtumbau ausgerichteten derzeit dominierenden Planungen entgegensteht. So wurde neben einer umfassenden Struktur- und Sozialanalyse auch ein Potential- und Defizitkatalog aufgestellt, welcher die Grundlage einer Konzept- und Entwurfsplanung zur nachhaltigen Entwicklung des Stadtteils bildet. Das dominierende Leitbild der Planung ist es, eine Balance zwischen notwendigem Stadtumbau und möglicher Stadtentwicklung zu erzielen. Werkzeuge und Maßnahmen hierbei sind unter anderem die Einbindung des Distrikt in die Gesamtstadt, die städtebauliche Neuordnung des Stadtteils, dessen Infrastrukturelle Entwicklung, eine Sanierungskonzeption, Grün- und Freiraumentwicklung, eine Umsetzungsstrategie und ein Finanzierungs- und Investorenkonzept zur sozialverträglichen und langfristig angelegten Einbindung der Lokalbevölkerung in die Planung. Die Arbeit mündet in dem Leitbild und einem Konzept zur Stadtteilentwicklung, einem Masterplan (M 1:2500) und einer detaillierten Umsetzungsstrategie. Sie zeigt darüber hinaus Alternativen und Möglichkeiten im Umgang mit zentrumsnahen und strukturschwachen Stadtteilen in Entwicklungs- und Schwellenländern auf, welche unter hohem Entwicklungsdruck von massiven Umformungsprozessen bedroht sind.