4, 2007

Technische Universität Berlin

hardware vs. software

von Julie Koepper

Hochschule:

Technische Universität Berlin

Präsentation:

September 2007

Lehrstuhl:

Prof. Marianne Müller

Rubrik:

Experimentelle Entwürfe

Software:

Als exemplarisches Forschungsobjekt für ein Stadtviertel im Umbruch diente das Viertel Raval in der Altstadt Barcelonas, in dem es eine stark ausgeprägte Software gibt. Hier wurde zunächst der Straßenraum des Raval auf Spaziergängen/Streifzügen durchs Viertel erkundet. Die beobachteten Phänomene (Bewegungsnetze der Bewohner; Aktivitäten und Aufenthaltsräume) wurden kartiert. Anhand dieser Karten, welche die aktuelle Nutzung des Straßenraums darstellen, wurde eine Vorgehensweise zur Quartiersentwicklung erstellt. Gezielte Eingriffe an verschiedenen Punkten sollen eine bottum-up-Entwicklung des Gebiets stimulieren. Die ausgewählten Orte werden in Form von Collagen dargestellt, in denen die Ergebnisse aus der Analyse mit den vorgeschlagenen Eingriffen verwoben werden. Diese Strategie des Mikrourbanismus stellt einen Gegenentwurf zur aktuellen großmaßstäblichen Stadtplanung des Ajuntament von Barcelona dar. Illustrator, Photoshop, AutoCAD

"hardware vs software" ist eine exemplarische Arbeit, in der die Beziehung zwischen Struktur und Nutzung des öffentlichen Raums oder „Stadtzwischenraums“ untersucht wird. Ausgangspunkt der Arbeit ist die Idee, dass jede Stadt aus einer Hardware und einer Software besteht. Hardware bezeichnet den physischen Träger, auf dem die Software existiert und funktioniert.
Das heißt, in der Stadt ist die Hardware die vorhandene Bebauungsstruktur, deren Negativabbild den öffentlichen Außenraum mit Straßen und Plätzen bildet. Software bezeichnet alle nichtphysischen bzw. mobilen Funktionsbestandteile wie z.B. Lautstärke, Müll, Graffiti, Licht, Geruch, Bewegung, Kommunikation, Kriminalität und die Aktivitäten und das Verhalten der Menschen vor Ort.
Grundlage für die Untersuchung eines Orts war die Fragestellung, wie beeinflussen sich Hardware und Software und kann aus der Beobachtung dieser Phänomene eine alternative Herangehensweise der Stadtplanung entwickelt werden?