Platz 3

3, 2005

Fachhochschule Frankfurt / Main

Factory Outlet +

von Dennis Arlt

Hochschule:

Fachhochschule Frankfurt / Main

Präsentation:

Juli 2005

Lehrstuhl:

Prof. H. Gies

Rubrik:

Kulturbauten

Software:

Auf den Grundlagen der zuvor aufgeführten Konzeptanalyse wurde sich mit dem städtebaulichen Kontext auseinander gesetzt und auch hier Parallelen zu den Themen der Ein- und Ausschnitte, Strukturabbildungen und Bezugslinien festgestellt. Bei der Umsetzung der Aufgabenstellung stand die Verknüpfung aller beschriebenen Ansprüche und Voraussetzungen an erster Stelle. Eine Architektur zu schaffen, die sich von der Masse abhebt und Identität der Marke schafft. Bezug nehmend auf die Kleinteiligkeit, die im Umfeld der Hanauer Landstraße zu finden ist, wurde dieser Struktur einen Rahmen, eine Hülle gegeben. Der Baukörper soll sich zum einem vom Grundstück abheben und zum anderen eine Kleinteiligkeit bestehend aus Ein- und Ausschnitten in einem Rahmen fassen. Um einen “Masterplan” zu entwickeln, wurde sich dem ersten großen, der dem Designer Urs Niktal (Firmengründer von UNIK) die Tür zu seiner Karriere öffnete, Designentwurf bzw. dessen Vorlage, dem Schnittmusterbogen bedient. Diese Schnittmustervorlage wurde als Matrix für verschiede Fassadenöffnungen und deren Räumlichkeiten genutzt. In dieser Entwurfsphase wurde jedoch feststellen, dass ein wichtiger Punkt außeracht gelassen wurde, den städtebauliche Rahmen. Bei der weiteren Untersuchung ergaben sich unterschiedliche Blickbeziehungen zwischen den umgebenden Baukörpern und Elementen. Wenn nun diese Bezugslinien mit dem Gedanken-Schnittmusterbogen verknüpft werden, ergibt sich ein “Masterplan” welcher mit dem funktionalem Ablauf synchronisiert, vorhandenen Organisationsform begründet. Es entsteht ein Gebäude, welches in dieser Form, mit diesen vorhandenen örtlichen Bezugslinien ein UNIKat ist. Der Baukörper befindet sich auf dem nördlichen Teil des Grundstücks, um einen von der Hanauer Landstraße zu begehenden Vorplatz auszubilden. Auch die zuvor sehr eingeengte Schwedlerstraße wird durch einen sich zur Mitte orientierenden Baukörper aufgewertet. Die Fassade durchschneidenden Linien bilden sich ebenfalls im Inneren des Gebäudes, sowie an dessen Unterseite und Dachgartenlandschaft ab und nehmen Bezug auf alle Konstruktiven und gestalterischen Elemente. Um einen Rahmen für sich Selbst-Inszenierende-Mode zu schaffen, bleiben alle ausgewählten Materialien zurückhaltend und in ihrer Beschaffenheit rein. Die Fassade sowie tragende Bauteile bestehen aus weißem Sichtbeton und Glaselementen. Die sich im Erdgeschoss abbildenden Körper, welche Ausschnitte der Bezugsstrukturen sind, werden von einer Glasfassade begrenzt. Auf diesem durch die Glasfassade gefassten Zugangselementen “schwebt” der Hauptkörper. Um das “Schweben” zu verstärken sind alle tragenden Bauteile um ca. 5 Meter nach innen angeordnet. Die sich über dem Erdgeschoss befindende Decke ist die statische Grundplatte des gesamten Gebäudes. Diese Platte wird in dem Bereich, welcher sich zur Hanauer Landstraße befindet mit so wenig wie nötigen Stützen abgetragen. Im hinteren Teil hingegen, in dem sich die größeren Lasten durch Lager und Loftaufbauten befinden, sorgt ein durchlaufender Kern aus Wandscheiben für den satischen Ausgleich. Um Gewicht und Aufbauhöhe einzusparen, sind die in unterschiedliche Richtungen spannenden Decken als Cobiax-System-Decke geplant. Um einen sich nach Innen öffnenden Charakter zu erhalten, zieht sich die Fassade bis zum Dachabschluss über das Gebäude und löst sich dann zur Mitte hin auf, wo sich ein Atrium über dem Eingangsfoyer befindet. Loftwohnungen bilden in Verbindung mit dem Gründach das Dachgeschoss aus.

UNIK plant mit dem Beginn des Verkaufs der ersten Kollektion im Sommer 2006 den Bau eines Factory Outlets für Produkte zweiter Wahl und unkurante Ware (Restposten). Dieses soll nicht am Stammsitz der Firma in Neubrandenburg, sondern logistisch zentral mitten im Ballungsraum Frankfurt am Main entstehen.

Das neue Factory Outlet soll in einer ersten Ausbaustufe ca. 2.000 m² Verkaufsfläche bieten, zusammen mit der Option für ca. 1.000 m² Loftfläche, um eine optimale Ausnutzung des städtischen Grundstücks zu gewährleisten. Zugleich sind Serviceeinrichtungen und die erforderlichen Stellplätze zu schaffen. Mit dem Factory Outlet will UNIK eine funktionale Verkaufseinrichtung anbieten, die durch ihre Gestaltung und ihre Flexibilität in der Lage ist, die Kernwerte der Marke auszudrücken bzw. immer wieder neu zu inszenieren. Der neue Standort bietet die Chance, ein richtungsweisendes Factory Outlet zu schaffen, ein Ort für einen erlebnisreichen Einkauf, wo der Kunde als “Gast bei UNIK” begrüßt wird.
Architektur ist eine Erscheinungsform der Marke und ihrer Werte. UNIK legt Wert auf innovative und zugleich nachhaltige Konzepte in der Architektur ihrer Gebäude. Modische und dem Trend der Zeit folgende Formen und Gestaltauffassungen sollten in temporären Inszenierungen im Inneren und Äußeren Ausdruck finden, die Architektur des Gebäudes demgegenüber den permanenten Werten der Marke folgen. Diese könnten sein: Eigenwilligkeit und Innovation in Bezug auf Schnitte und Materialien - Nachhaltigkeit und Funktionalität in Bezug auf die Verarbeitung. Es ist eine angemessene Formen- und Materialsprache zu finden für ein funktionales, wirtschaftliches und gleichzeitig anspruchsvoll gestaltetes Gebäude, welches die Firmenkultur zum Ausdruck bringt.