Platz 9
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Juli / August 2013

Technische Universität Dresden

EinRaumSchutzhütte

Ein Ort für Schutz und Gemeinschaft in den Schweizer Alpen

von Tobias Kusian

Hochschule:

Technische Universität Dresden

Abschluss:

Diplom

Präsentation:

02.02.2012

Lehrstuhl:

Grundlagen des Entwerfens / Prof. Jörg Joppien

Rubrik:

Freizeit- und Sportbauten

Software:

Vectorworks, Sketch-Up, V-Ray, Adobe Illustrator

Eine warme hölzerne Felsenhöhle umhüllt mit dickem Kalkstein bietet Wanderern und Kletterern Schutz in den Schweizer Alpen.

Privatsphäre und Komfort sind in einem gewissen Maß gegeben. Die Priorität liegt aber bei der Schaffung, einer der Situation angemessen Atmosphäre, die die extremen Bedingungen des Ortes spürbar machen. Die besondere Stimmung eines Mehrbettensaales, in dem alle in einem Raum untergebracht sind, soll sich trotz steigender Komfortansprüche in dieser Schutzhütte wiederfinden. Es wird keine hotelähnliche Unterkunft geboten  (auch um den Massentourismus zu entgehen). Die Hütte ist vielmehr ein Ort für Schutz und Gemeinschaft. Der Wanderer soll „am Berg bleiben“, in dem er sein Bett gemeinschaftlich erwandern muss und spüren, dass er sich an einem extremen Ort in den Hochalpen befindet.

Kubatur

Der Baukörper entwickelte sich aus einem traditionellen Hüttentypus. Angepasst an den Sonnenverlauf zur Nutzung von Solarenergie, an die klimatischen Verhältnisse und an das Raumprogramm im Inneren, entstand eine kompakte Schutzhütte. Der monolithische Körper mit klar ausgebildeten Kanten und kleinen Öffnungen muss den extremen Wetterbediengungen vor Ort zur Wehr setzen und zeigt dies nach außen. Die massive Wirkung der Hütte soll den Charakter einer Schutzhütte verstärken.

Innenraum

Das Innere der Schutzhütte besteht aus einem einzigen hölzernen Gemeinschaftsraum. Der warme hölzerne Innenraum steht mit seiner vielschichtigen Ausformung im Kontrast zu der hart geformten steinernen Hülle der Schutzhütte mit ihrer klaren Geometrie.

An den Seitenwänden des Innenraums stapeln sich spiralförmig Kuben mit individueller Form und Tiefe.  Die Individualität der Kuben artikuliert den Innenraum und formt  sinnbildlich, die aus Individuen bestehende Gemeinschaft.
In den Kuben finden die Schlafplätze, sanitäre und technische Anlagen ihren Platz.    

Die Erschließung erfolgt über einen  hölzernen Pfad als Spiralband, der in seiner Breite variiert und weitere Gemeinschaftszonen ausbildet.
Wanderer können ihren Wanderweg im Gebäude auf der Spirale fortsetzen, bis sie ihren Schlafplatz erreicht haben.

Geländer

Das an die Erschließungsspirale angeschlossene, massive Holzgeländer erfüllt nicht nur die Funktion eines Geländers. Unterschiedlich hoch und breit, bietet es verschiedene Möglichkeiten der Nutzung. Das Geländer ist an entsprechenden Stellen Sitzbank, Truhe für Rücksäcke oder Schrank.

Konstruktion

Die Konstruktion der Hütte besteht aus Holzleimbindern, die in einem gleichmäßigen Raster die Schutzhütte unterteilen. Die Holzleimbinder sind aus Schweizer Fichte gefertigt. Die Binder bilden sowohl die Tragstruktur der äußeren Hülle, als auch das Tragwerk für die im Zwischenraum der Binder eingehängten Kuben.
Außen wird die Hütte von Kalksteinmauertafeln verkleidet. Der Stein entspringt dem Gebirge und wird im umliegenden Gebiet zu Mauertafeln vorgefertigt.
Im Inneren sind für die Kuben nur die Decken- bzw. Bodenflächen erforderlich. Die Funktion der Seitenwände übernehmen die Binder.
Die gesamte Konstruktion ist auf Punktfundamenten gelagert.