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1, 2008

Wien, TU

Die Schlafstadt aufwecken

von Philipp Fleischmann

Hochschule:

Wien, TU

Präsentation:

März 2007

Lehrstuhl:

Insitut für Wohnbau, Prof. Herbert Keck

Rubrik:

Städtebau

Software:

Programme: ArchiCad, 3ds, Photoshop, InDesign, Acrobat

Stadtviertel, die nur einer Funktion dienen, bringen Probleme mit sich. Sie generieren durch die weiten Strecken von Wohn- zu Arbeitsort Verkehrsprobleme. Zu manchen Tageszeiten sind sie ausgestorben. Sie haben oft ein monotones Äußeres. Weniger mobile Gruppen wie Senioren oder Jugendliche bleiben durch die weiten Wege von der städtischen Gesellschaft ausgegrenzt. Der Ruf nach vielfältigen, funktional gemischten Stadtvierteln wird daher immer lauter. Es gibt aber noch wenige Beispiele, wo diese Ideen auf monofunktionale Großwohnsiedlungen der 60er und 70er Jahre angewandt wurden. Vor diesem Hintergrund entwickelt diese Arbeit einen Ansatz für ein Entwicklungskonzept und den Entwurf für ein Stadtteilzentrum für eine Wohnsiedlung dieser Periode in Wien-Atzgersdorf.
Dabei stehen folgende Prinzipien im Vordergrund:
• Neue Funktionen in das Gebiet bringen, um in Richtung eines multifunktionaleren, vielfältigeren, kleinteiligeren Stadtteils zu wirken
• Orte zum sich Treffen und Verweilen abseits der Wohnungen schaffen
• Maßnahmen in unterschiedlicher Größenordnung vorschlagen, damit der Plan zeitlich und finanziell flexibel bleibt
• Sich an den existierenden Funktionen in der Siedlung orientieren, an bereits dort stattfindende Aktivitäten anknüpfen
• Den öffentlichen Verkehr in den Mittelpunkt rücken
• Neue Typologien und Funktionsprogramme präsentieren, die den Freiraum besser einbinden und nutzbar machen
In diesem Projekt wird gezeigt, dass Siedlungen der 60er und 70er Jahre Anpassungs- und Entwicklungspotential in Richtung einer stärkeren Durchmischung haben. Atzgersdorf-West hat Potential durch seine großzügigen, derzeit kaum genutzten Freiräume und die Lage an der Schnellbahn. Aus diesen Rahmenbedingungen wurde eine Reihe von kleineren und größeren Maßnahmen abgeleitet, die zu einer Belebung des Viertels führen können. Die Hauptmaßnahme ist ein Stadtteilzentrum, das Ausgleich in mehrerer Hinsicht bieten soll:
• Schaffen eines Treffpunktes, der auch im Winter nutzbar ist.
• Integration der Freiflächen vor dem Zentrum
• Aufwertung des Zugangs zur S-Bahn-Station
• Entlastung der Siedlung von lärmenden Nutzungen
• Schaffen eines Rückzugsortes für Jugendliche
Dieses Funktionsprogramm wurde in einem architektonischen Entwurf umgesetzt. Die Siedlung in Atzgersdorf-West hat, wie sich zeigt, spezielle Qualitäten, die nutzbar gemacht und durch fehlende Infrastruktur ergänzt werden können. Das ergibt sich aus dieser Untersuchung – ähnliche Programme könnten auch an anderen Orten unter Berücksichtigung der jeweiligen Gegebenheiten umgesetzt werden.