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2, 2007

Weimar, Bauhaus-Universität

Die Mauer muss weg! - ein neues Quartier in Shanghai

von Stephanie Hirth

Hochschule:

Weimar, Bauhaus-Universität

Präsentation:

Okt 2006

Lehrstuhl:

Soziologie und Sozialgeschichte der Stadt, Prof. Dieter Hassenpflug

Rubrik:

Städtebau

Software:

Das Thema der Arbeit enstand während meines acht monatigen Auslandaufenthalts in Shanghai. Den Entwurfsstandort lernet ich schon sehr bald als einzigartiges Kulturzentrum der Stadt kennen. Auch die Diskussionen um den Weiterbestand des Quartiers konnte ich mitverfolgen. Der Entwurf soll eine Alternative zum geradezu respektlosen Umgang mit alten und traditionellen Strukturen aufzeigen. Deshalb setzte ich mich in zwei monatiger Recherchearbeit vor Ort neben der genauen Standortanalyse auch stark mit den theoretischen Grundlagen der Stadtentwicklung Shanghais und speziell mit traditionellen chinesischen Wohnformen (Hofhaus, Lilong, Compound) auseinander. Die Ausarbeitung der gesammelten Ergebnisse und die Entwicklung des Städtebaus erfolgte wieder in Deutschland. Ergebnisse der Arbeit sind ein 90-seitiges Buch, Modell und Präsentationspläne, erstellt mit den gängigen Grafik- und Layoutprogrammen und CAD.

Eine der letzten verbleibenden Strukturen des vormalig industriellen Gebiets entlang des Suzhou Creeks ist das Areal der nationalen Textilfabrik an der Moganshan Lu. Im Zuge der Revitalisierung der Uferzone sind die meisten Quartiere entlang des Flusses bereits einer radikalen Umformierung zum Opfer gefallen. Die neue Bebauung ist dabei nicht unbedingt zum Vorteil des Stadtbildes geraten. Ein großer Teil ist heute eine Landschaft aus Wohnanlagen, sog. Compounds, die sich jeglichem KONTEXT ZUR STADT und zu ihrer Umgebung entziehen.

In den Gebäuden der alten Fabrik hat sich jedoch eine Künstlerenklave gebildet, die den Charme alter Industriearchitektur nutzt, um sich als eines der wichtigsten KULTURQUARTIERE der Stadt zu etablieren. Unter dem Leitbild ‚hoch verdichtet – stark vermischt‘ soll auf diesem Areal ein ÖFFENTLICHER ORT entstehen, der einen Kontrapunkt zu den in sich abgeschlossen Räumen der umgebenden Parzellen bildet. Zentrale Idee ist die Rückkehr zu den Grundprinzipien der ehemals dichten Wohnstrukturen Shanghais und die räumliche und funktionale Anknüpfung an das bestehende Künstlerviertel, sowie die Einbindung der existierenden denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände.