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3, 2003

Hamburg, HCU

BERLIN_grenzdialoge

von Miriam Göllner, Nathalie Dudda

Hochschule:

Hamburg, HCU

Präsentation:

Juli 2003

Lehrstuhl:

Prof. Klaus Sill

Rubrik:

Experimentelle Entwürfe

Software:

Als konzeptionelle Grundlage des Projekts wurden in Freehand 10 Text- und Bilddateien zusammengefügt, um ein Exposee zu erstellen. 2D-Zeichnungen wie Schnitte, Grundrisse und Ansichten wurden in Vector Works 9.5 und Auto CAD 2000 erstellt. Für die räumliche Erfassung der Topographie in Entwurf und Ausarbeitung wurde Rhino 2.0 benutzt. 3D-Schnitte bildeten beispielsweise die Grundlage für eine spätere 2D-Darstellung in Auto CAD. Der eigentliche Entwurf wurde am Modell entwickelt, um die Qualitäten und Ideen atmosphärisch darstellen zu können. Es wurden diverse Modellfotos in Photoshop 7.0 nachbearbeitet [Einfügen abstrakter Hintergründe, Einfügen von Menschen zum besseren Größenverständnis, Verändern der Lichtsituationen und Oberflächen]. Für die Präsentationspläne wurden die Grafiken und Bilder in Illustrator 10 zusammengelegt und gelayoutet. Der Ausdruck erfolgte über in Acrobat Distiller 6.0 erstellten pdf-Dateien. Außerdem wurde ein athmosphärischer Film des Grundstücks gedreht, dieser digitalisiert und mit Final Cut bearbeitet. Der Vortrag zum Projekt wurde durch eine Power Point Präsentation unterstützt.

Die Stadt Berlin, explizit der ehemalige Mauerstreifen an der Mühlenstraße, ist
der Ausgangspunkt für BERLIN_grenzdialoge. Im Rahmen des Projekts wurde dieser Ort durchleuchtet, sein "Genius Loci" freigelegt, der dann die Grundlage für die Entwicklung eines architektonischen Konzepts bildete.

So wird die East-Side-Gallery als ein Ort verstanden, wo die Mauer nicht als Denk- oder Mahnmal erhalten wird, vielmehr hat sich an dieser Stelle bereits eine weitere Entwicklung der Maueridentität abgezeichnet, nämlich die eines weiteren Prozesses unter Reflexion des historischen Hintergrunds. Aufgrund solcher Thesen, ergab sich die zukünftige Nutzung des Grundstücks. An dieser Stelle entsteht ein Ort der Auseinandersetzung Berlins mit seiner osteuropäischen Identität, die seit dem Ende der DDR und dem Mauerfall aus der Stadt verdrängt wird. Aufgrund seiner Lage, im ehemaligen Grenzgebiet zwischen Ost- und West und seiner prozesshaften Symbolik, erscheint das Grundstück an der East-Side-Gallery sinnfällig für diese geplante Benutzung zu sein. Um die Auseinandersetzung und den Dialog praktisch herzustellen, wurde die Plattform
BERLIN_grenzdialoge entwickelt, deren Basis ein Netzwerk ist, das in Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Osteuropa-Netzwerken entwickelt wird. Auf dem Grundstück an der East-Side-Gallery findet dieses Netzwerk seinen ideellen Ort, hier entstehen neben einem multimedialen Informationspunkt diverse öffentliche Einrichtungen [Biblio-/ Mediothek, Kongress-/ Seminarbereich, Ausstellungsflächen, Kino, Bühne], die sich thematisch mit BERLIN_grenzdialoge beschäftigen werden. Dem angegliedert bietet eine Arbeitsplattform, mit Ateliers, Werkstätten, Studios und Büros Raum für kreativ arbeitende Einzelpersonen und Firmen aus oder in Kooperation mit Osteuropa. Der Städtebau wird durch die extreme Raumsituation der Mauer einerseits und durch die Lage an der Spree anderseits geprägt. Der Informationspunkt stellt sich als Landmark auf einer gebauten Topographie dar, die oberirdisch zu einem besonderen Park am Wasser wird und unterirdisch die öffentlichen Einrichtungen aufnimmt. Der Arbeitsbereich wird in Anlehnung an die industrielle Identität des Flusses in einer 600 Meter langen Werkhalle untergebracht.